Gemeinde Wachtberg

Aale Kowelenzer Geschichtche

Mitgliederfahrt des Partnerschaftsvereins nach Koblenz (Foto: Privat) Wachtberg/Koblenz (es) - Bevor der Weihnachtstrubel in alle Haushalte einkehrt, hatte der Partnerschaftsverein der Gemeinde Wachtberg das schöne Wetter genutzt, um mit Mitgliedern und interessierten Wachtberger/Innen einen Ausflug ins benachbarte Rheinland-Pfalz zu unternehmen. In Anlehnung an den diesjährigen Erwachsenenaustausch mit Frankreich und Italien besuchte die Gruppe Koblenz.

Bereits während die Teilnehmer mit dem Bus am Rhein entlang auf das Deutsche Eck zusteuerten, erhielten sie einen Vorgeschmack auf die geschichtsträchtige Stadt nebst Umgebung, durch den stellvertretenden Vorsitzenden Fritz Oettler und dem waschechten Koblenzer Schängel W. Schulz. In Koblenz angekommen, erwartete eine perfekt vorbereitete und gut gelaunte Stadtführerin die Gruppe, um ihr die Schätze ihrer Wahlheimat zu erklären und näherzubringen. Der Tag begann mit Peters ‚Hochwasserstuhl‘. Einem steinernen Denkmal in Form eines Stuhles. Zu Ehren Peter-Altmeiers, des ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten wurde er 1981 errichtet. Die Koblenzer nutzten ihn inzwischen auch, um die Hochwasserstände zu messen. Weiter ging es zum ‚Honsschwanz‘. So hieß das Areal des Deutschen Ecks im Koblenzer Volksmund. Viel gab es zu berichten über das Wahrzeichen der Stadt mit seinen 85 Stufen und seiner über 60t schweren Statue des Kaiser Wilhelms. Mit der Gondel schwebten die Wachtberger über den Rhein zum nächsten Besichtigungsziel.

Koblenz zu Füßen, erstrahlte auf der anderen Rheinseite die auf einem 118m hohen Felsplateau gelegene Festung Ehrenbreitstein. Sie ist ein Teil der Festung Koblenz und eine der größten ihrer Art in Europa. Nicht umsonst gehört sie seit 2002 zum UNESCO Welterberbe. Die Fremdenführerin spann geschickt den Faden zwischen den Wehrbauten der Römer, den Burgen der Ritter bis hin zur preußischen Festungsanlage. Durch ihre interessanten Erzählungen wurde die Geschichte rund um den 5000 Jahre alten Ehrenbreitstein wieder lebendig. Nicht nur einige deutsche Redewendungen wurden anschaulich erklärt, wie z.B. ‚Mach dir nicht ins Hemd‘. Auch eine besondere Art der deutsch-französischen Freundschaft in Bezug auf den berühmten ‚Vogel‘ Greif, wurde der Gruppe näher gebracht. Es handelte sich dabei um eine im Jahre 1524 gegossene Kanone, die im Laufe verschiedener Kriege von den Franzosen erbeutet und nach Frankreich „verschleppt“ und immer wieder von den Deutschen zurückgeholt wurde. Den letzten „Urlaub“ in Frankreich machte sie von 1946-1984. Dann hatte der damalige französische Präsident Francois Mitterand ein Einsehen und brachte sie während eines Staatsbesuches wieder nach Ehrenbreitstein zurück. Dort kann man sie, fünf Meter lang und 1000kg schwer, noch heute bewundern.

Zurück ging es per Gondel in die heutige Zeit, zu einem leckeren Mittagessen direkt an der Rheinpromenade. Den Nachmittag widmeten die Reiseteilnehmer der Stadt Koblenz. Die Fremdenführerin hatte auch hier viel Wissenswertes zu berichten und der Bezug zu Frankreich und Italien wurde immer wieder in die Erklärungen mit eingebunden. Sie machte die Gruppe auf viele Details aufmerksam. Vom fast unsichtbaren Kreuz eines Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert, ging es zur ‚basilika minor‘, zur Hygieia, den rollenden Augen des Raubritters Johann Lutter, um nur einige Besichtigungspunkte zu nennen. Zwischen dem Görresplatz mit der Historiensäule zur 2000 Jahrfeier der Stadt und dem Münzplatz, der Ende des 18. Jahrhunderts durch die Franzosen zu einem Gemüsemarkt umgestaltet wurde, in dem sie einfach einige Gebäude abrissen, stärkte sich die Gruppe dann noch mit einem Eis.

„Getauft“ vom ‚Kowelenzer Schängelcher‘ und erfüllt mit vielen ‚aale Kowelenzer Geschichtche‘, waren sich die Teilnehmer einig, als sie abends wieder zurück nach Wachtberg fuhren: Koblenz, war und ist eine Reise wert!