Gemeinde Wachtberg

Der grüngelb gefärbte Ameisenfresser mit der klebrigen Zunge

Rhein-Sieg-Kreis Rhein-Sieg-Kreis (ke) – Mit seinem grüngelb gefärbten Gefieder, seiner roten Haube und dem schwarzen Gesicht ist der Grünspecht einer der farbenprächtigsten einheimischen Vögel. Der „Vogel des Jahres 2014“ gehört zu den etwa 76.000 Tier- und Pflanzenarten in Deutschland, von denen die Hälfte in ihrem Bestand gefährdet ist.

Jetzt ist der bis zu 30 cm große Vogel besonders gut auf den Rasenflächen zu beobachten. Aber was macht ein Specht überhaupt auf dem Boden? Er sucht nach Ameisen. Auf die kleinen Insekten ist er spezialisiert, andere Nahrung interessiert ihn dagegen kaum. Mit seinem kräftigen Schnabel hackt er in die Baue der Wiesenameisen und der Roten Waldameise – mit seiner langen, klebrigen Zunge schleckt er anschließend die Beute auf.

Einerseits ist der Grünspecht anpassungsfähig, andererseits wegen seiner einseitigen Nahrung sehr von gemäßigten Wintern abhängig. Nach strengen und schneereichen Wintern starben in den Jahren 1962/63 und 1978/79 zahlreiche Grünspecht-Bestände aus. Derzeit befindet sich der grüngelb gefärbte Ameisenfresser aber wieder im Aufwind. Hierzu trug wahrscheinlich auch eine Verringerung des Pestizideinsatzes in Gärten und Parks bei, da gerade im Siedlungsbereich eine Zunahme bemerkt wurde. Im Rhein-Sieg-Kreis sind aktuell 350 – 400 Brutpaare aktiv. Einzig der Bereich um Hennef-Ort ist auffällig schwach besiedelt. Troisdorf und Lohmar besitzen dagegen einen recht hohen Brutvogelbestand.

Das für viele Spechte typische Trommeln ist beim Grünspecht nur selten zu hören. Charakteristisch sind seine Rufe zur Balzzeit im Frühjahr, die häufig als „Lachen“ bezeichnet werden.

Die Experten vom Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises geben für den Grünspecht folgende Artenschutztipps:

Ameisen sind seine Hauptnahrung, deswegen sollten die Wiesenameisennester im Rasen erhalten bleiben. Der Gifteinsatz gegen die Insekten ist für den Grünspecht bedrohend. Waldsäume sowie extensiv genutzte oder gepflegte Grünlandbereiche locken dagegen Ameisen an und erhöhen das Nahrungsangebot. Über den Bauten der Roten Waldameise sollten im Winter keine Metallgeflechte errichtet werden. Stehendes Totholz in Wäldern, Parks und Gärten ist für den Grünspecht existenziell wichtig, denn er zimmert seine Höhle in toten Stammabschnitten von Buchen und anderen Laubhölzern.


Nähere Auskünfte rund um das Thema Grünspecht erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon  des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer 02241/132200. Weitere Tipps zum Artenschutz finden Interessierte auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/artenschutztipps