Gemeinde Wachtberg

Mit schnellem Sturzflug auf Beutejagd

Rhein-Sieg-Kreis Rhein-Sieg-Kreis (ke) – Mit seinem lang gezogenen, fast miauenden „hiiää“ gehört der Mäusebussard akustisch zu den bekanntesten Greifvögeln. Aber auch optisch ist er gut auszumachen: Mit 51 bis 57 Zentimetern mittelgroß, breite, stark abgerundete Flügel und ein relativ kurzer, oft breit gefächerter Schwanz.

Das Gefieder ist – für europäische Greifvögel ungewöhnlich – individuell sehr variabel. Der Rücken des leidenschaftlichen Seglers ist aber in der Regel dunkelbraun und gefleckt. Die Flügelspitzen sind immer deutlich dunkler gefärbt als das restliche Federkleid.

Ihre Beute suchen sich die in hiesigen Gefilden am häufigsten vorkommenden mitteleuropäischen Greifvögel meist über offenem Gelände. Erspähen sie mit ihren scharfen Augen eine Maus oder einen Käfer, geht es im rasanten Sturzflug abwärts. Häufig halten sie sich zur Nahrungssuche aber auch direkt auf dem Boden auf. Noch lieber sitzen die fliegenden Jäger jedoch offen auf Pfosten oder Ästen, wo sie nach Beute Ausschau halten. Das lässt sich insbesondere jetzt gegen Jahresende am Straßenrand beobachten. Wichtigstes Beutetier der Mäusebussarde ist die Feldmaus, aber auch Jungvögel, Reptilien, Amphibien, Insekten, Regenwürmer oder auch Aas stehen auf dem Speiseplan.

Ihren Horst aus Reisig bauen die dynamischen Greifvögel in 15 bis 25 Meter Höhe auf Bäumen im Wald oder in größeren Feldgehölzen und kehren jedes Jahr dorthin zurück. Der Mäusebussard ist ein so genannter „Teilzieher“ - manche unserer einheimischen Greifvögel überwintern im Mittelmeergebiet, andererseits nehmen bei uns Bussarde aus Nordosteuropa ihr Winterquartier.

Auch wenn die „miauenden“ Greifvögel inzwischen nirgendwo in Europa mehr als gefährdet gelten, sind sie weiterhin streng geschützt. In unserer Region gibt es etwa 800 Brutpaare. Mäusebussarde können übrigens bis zu 20 Jahre alt werden.

Die Experten vom Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises geben für den Mäusebussard folgende Artenschutztipps:

Naturfreunde unterstützen den Mäusebussard, indem sie Nahrungsflächen wie Hecken, Randstreifen oder Brachland schaffen, erhalten oder weiter entwickeln. Natürlich sollte man es vermeiden, die Tiere in der Brutzeit (von April bis Juli) an den Horsten in welcher Form auch immer zu stören, wozu auch das illegale Mountainbiking im Wald gehört. Gerade der Mäusebussard gehört neben dem Habicht zu den Arten, die illegalen Greifvogelverfolgungen am ehesten ausgesetzt sind. Obwohl Mäusebussarde das ganze Jahr unter Jagd- und Naturschutz stehen, werden sie immer noch geschossen, vergiftet, in Fallen gefangen oder ihre Nester werden zerstört.
 


Nähere Auskünfte rund um das Thema Mäusebussard erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon  des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer 02241/132200. Weitere Tipps zum Artenschutz finden Interessierte auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/artenschutztipps .