Gemeinde Wachtberg

Erdwärme effizient und sicher nutzen

Hinweis Die Erdwärmenutzung boomt: besonders bei privaten Neubauten werden immer mehr Erdwärmesonden installiert, auch im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Bohrbranche und Genehmigungsbehörden mussten sich in kurzer Zeit auf ein neues Betätigungsfeld einstellen. Verstärkt sind nun Kenntnisse über den Untergrund gefragt, damit die Bohrung den gewünschten Erfolg erzielt und Risiken minimiert werden. Aus diesem Grund hat der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen aktuell die „Karte zur Beurteilung von Standorten zum Einbau und Betrieb von Erdwärmesonden“ entwickelt.
In der Zeit vor dem „Erdwärmesonden-Boom“ teuften viele Bohrunternehmen größtenteils Bohrungen nur im Tiefenbereich von wenigen Zehnermetern ab, zum Beispiel zur Grundwassergewinnung und Lagerstättenerkundung. Heute werden für die Erdwärmesonden Bohrtiefen von bis zu 100 Metern und mehr als selbstverständlich abgefordert. Bei der Vielzahl der Bohrungen kam es bislang nur vereinzelt zu Problemen, die auf Unkenntnis der regionalen geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse zurückzuführen sind. Die Zunahme von geologischen Gefährdungspotenzialen zur Tiefe hin spielt ebenfalls eine Rolle. Auch die Genehmigungsbehörden benötigen nun verstärkt Kenntnisse über den tieferen Untergrund. Sind sie doch verantwortlich für den Schutz des Grundwassers und das Erteilen wasserrechtlicher Genehmigungen zum Betrieb der Erdwärmesonden-Anlagen.
Hier hilft nun die „Karte zur Beurteilung von Standorten zum Einbau und Betrieb von Erdwärmesonden“. Sie gibt den Genehmigungsbehörden Auskunft über Bereiche, in denen Einbau und der Betrieb einer Erdwärmesonden-Anlage auf Grund hydrogeologischer oder wasserwirtschaftlicher Verhältnisse günstig bzw. ungünstig einzuschätzen ist. Hierdurch wird bereits in der Vorplanung einer Anlage auf potenzielle Risiken hingewiesen. Durch Anpassen der Bohrtechnik oder Begrenzen der kritischen Bohrtiefe kann so eine mögliche Havarie vermieden werden.

Im Internet informiert der Geologische Dienst NRW unter www.gd.nrw.de umfassend über das Thema Erdwärme, ein „Online-Standortcheck für Erdwärmesonden“ ist unter www.geothermie.nrw.de abrufbar. (aus: Geologischer Dienst, Report 1/2010)