Emma: Lieder

Lokales - Mitteilung aus der Gemeinde „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an, und alles fängt zu blühen an, auf grüner Heid´ und überall“. Emma kann sich gar nicht vorstellen, dass es wahr sein soll, dass Kinder keine Lieder mehr singen können; so hat sie es in einer Zeitung gelesen.

Kann es daran liegen, dass in den 60er oder 70er Jahren zu wenig gesungen wurde, weil Volkslieder verpönt waren? Emma hat es ausprobiert, als vier kleine Mädchen mit in ihrem Auto saßen, und „alle Vögel sind schon da“ angestimmt hat; keines der Kinder kannte das Lied, auch nicht „Kommt ein Vogel geflogen“, „Kuckuck ruft´s aus dem Wald“ oder „Der Mai ist gekommen“. Sie war sehr enttäuscht, denn sie war sicher, dass in diesen Familien gesungen wird. Sind es heute nur moderne Lieder? Keines aus dem alten Liedgut? Emma hat mit ihren Kindern immer sehr viel gesungen, auch zweistimmig! Und jetzt singt nicht nur sie mit den Enkeln, sondern auch Vater und Mutter singen häufig mit den Kindern, z. B. bei einer Autofahrt, vor allem aber beim Ritual des Schlafengehens. Die Kinder bestehen darauf und singen, da sie es jetzt können, kräftig mit.
Emma erinnert sich so gerne daran, wie sie ihren ersten Enkel über Wiesen und durch den Wald geschoben und unaufhörlich dabei gesungen hat. Der Enkel hat sie immer mit großen Augen neugierig angeschaut, aufmerksam zugehört und ist nicht nur darüber eingeschlafen, sondern hat, sobald er fähig dazu war, mit seinen kindlichen Worten mitgesungen. Und das ist bis heute so geblieben, auch bei den weiteren Enkeln.
„Deutsche Kinder können weder Stimme noch Gehör, noch ein lebendiges Verhältnis zu altersgerechtem Liedrepertoire entwickeln.....Der musikalisch nutzbare Stimmumfang verringert sich, Schreiknötchen auf den Stimmbändern nehmen zu. Was niemand wundert, der den Lärmpegel einer Kindergartengruppe kennt“ (Zitat). Sicher weiß Emma, dass es sehr laut zugeht, wenn viele Kinder zusammen sind. Doch es wird auch sehr viel in den Kindergruppen gesungen. Großartige positive Bespiele sind neue Kinder-Chorprojekte, bei denen z. B. Kindergartenkinder mit Senioren gemeinsam singen.
Es ist ja bekannt: „Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder; böse Menschen haben keine Lieder.“ Dieses Sprichwort passt natürlich nicht immer! Was ist denn mit den Menschen, die als Kind nie Lieder gelernt haben? Sie sind natürlich nicht böse. Für manche spätere Eltern mochte es sicher zu vielen Zeiten uncool gewesen sein, „doofe“ Volklieder zu lernen, geschweige denn zu singen. Doch dadurch ist vieles unwiederbringlich verloren gegangen.
Es ist bekannt, dass Musik und das Spielen eines Instrumentes einen positiven Effekt auf das Gehirn haben; sie machen schlauer. Im Gegenzug dazu ist erwiesen, dass Kinder, die ohne Musik aufwachsen, sich schlechter konzentrieren und nicht gut zuhören können.
Verleitet nicht auch der Frühling zum Singen? Es gibt so viele ausdrucksvolle Frühlingslieder, die sicher noch in manchen Köpfen versteckt zu finden sind. „Also“, rät Emma, „musizieren oder singen Sie, wenn es noch nicht zu spät ist, mit allen Kindern, Enkeln und Urenkeln! Fangen Sie damit an bei der nächsten Autofahrt oder beim Spaziergang! Kinder mögen Musik und Lieder. Nur so können wir das Liedgut für die nächsten Generationen erhalten und unsere Kinder schlauer machen!“ Durch den Umgang mit Musik im Allgemeinen wird auch ein positives Lebensgefühl aufgebaut. Schon Martin Luther erkannte: „Hier kann nicht sein ein böser Mut, wo da singen Gesellen gut!“ (C.v.D.)