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Rhein-Sieg-Kreis Jahresrückblick 2009
Der Rhein-Sieg-Kreis zieht Bilanz zum Jubiläumsjahr.
Teil I: „Meine Heimat – 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“
Rhein-Sieg-Kreis (al) – „Meine Heimat – 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“ – unter diesem Motto, das bereits im Vorjahr mittels eines Wettbewerbs ermittelt worden war, wurde im ablaufenden Jahr 2009 bei zahlreichen Anlässen das Jubiläum des Rhein-Sieg-Kreises gefeiert.
Offiziell eröffnet wurde das Jubiläumsjahr mit dem Neujahrsempfang der Rhein-Sieg und Bonner Rundschau gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis. Landrat Frithjof Kühn und der Herausgeber der Rundschau, Helmut Heinen, hatten dazu zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft der Region eingeladen, die durch die Festrede von Ehrenlandrat Dr. Franz Möller als Zeitzeuge und Mitgestalter die Anfänge des neuartigen „Gebildes“ Rhein-Sieg-Kreis noch einmal nacherleben konnten.
Einer der ersten offiziellen Gratulanten war die Bäckerinnung Bonn/Rhein-Sieg, die dem Landrat und der Kreisdirektorin des Rhein-Sieg-Kreises ihre Neujahrsbrezel als Glücksbringer überbrachten. Besonderer Hingucker auf dem riesigen Backwerk war der Jubiläumsslogan „Meine Heimat. 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“.
Und natürlich stand das Ereignis auch im Februar Pate, und zwar auf närrische Weise für die traditionellen Karnevalsveranstaltungen des Kreises: den Kinderprinzenempfang und den Prinzenempfang. Der Spruch „...Nä, wat sin mer schön! 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“ und ein Narr mit Spiegel zierten den Sessionsorden.
Die Veranstaltung „Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – Erfolgreiche Wege der Integration“ im Mai dieses Jahres brachte auf eindrucksvolle Weise den Besuchern Beispiele gelungener Integrationsprozesse der vergangenen Jahre nahe.
Auch das Thema „Europa“ spielte im Jubiläumsjahr eine Rolle. Genau einen Monat vor der Europawahl - richte der Rhein-Sieg-Kreis die öffentliche Podiumsdiskussion "Europa vor der Wahl" aus. Podiumsteilnehmer waren Kandidaten für das Europäische Parlament 2009, nämlich Axel Voss (CDU), Sebastian Hartmann (SPD), Peter Alberts (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP) sowie Landrat Frithjof Kühn. Moderiert wurde die Veranstaltung von Martin Mölder (Audiomobil).
Im feierlichen Rahmen einer Sondereinbürgerungsveranstaltung erhielten aus Anlass des Jubiläums „40 Personen aus 40 Nationen“ die deutsche Staatsbürgerschaft. Damit wurde im Zusammenhang mit dem Jubiläum und dem Rückblick auf 40 Jahre die Vielfalt der inzwischen in unserem Kreis lebenden Nationalitäten und Kulturen unterstrichen.
Das „Highlight“ des Geburtstagsjahres war zweifelsohne der „Tag der offenen Tür im Kreishaus“, als am 15. August Landrat Frithjof Kühn schon morgens um 10 Uhr den Startschuss gab für ein buntes Informations-, Beratungs- und Unterhaltungsprogramm. „Alles in allem kann man diesen Tag der Offenen Tür als absolut gelungen zusammenfassen“, resümierte Kühn im Anschluss. „Ich freue mich, dass die Menschen trotz der Hochsommerhitze auf dem Weg ins Schwimmbad oder den Biergarten den Abstecher in die Kreisverwaltung gemacht haben. Auf diese Weise konnte sich jeder ein Bild über die tägliche Arbeit hier zum Wohle der Bevölkerung machen.“
Offiziell feierte der Kreis dann wenig später seinen Geburtstag im Rahmen eines Festaktes auf dem Petersberg mit rund 300 geladenen Gästen. Im Stadtmuseum Siegburg fand zudem das Siegburger Museumsgespräch „40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“ statt.
Darüber hinaus gab es Rückblicke unterschiedlichster Art auf die vergangenen 40 Jahre, so zum Beispiel im September bei der Kreistier- und Landwirtschaftsschau auf dem Krewelshof in Lohmar, bei der sich Besucher einen Überblick verschaffen konnten über die Landbewirtschaftung der sechziger und siebziger Jahre. Ebenfalls einen Blick zurück gewährte die „Ansichtskarten-Ausstellung“ mit historischen Motiven aus dem Rhein-Sieg-Kreis im Foyer der Kreisverwaltung. Der dazugehörige Kalender wurde im Oktober der Öffentlichkeit präsentiert.
Mit Beginn der Adventszeit wurde es dann auch im Foyer der Kreisverwaltung weihnachtlich: Nach zehn Jahren konnte der Weihnachtsbasar des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) anlässlich des Geburtstagsjahres des Kreises erneut ins Kreishaus „gelockt“ werden. Überdies gab es in der ersten Dezemberhälfte im Foyer der Kreisverwaltung eine Kunstausstallung mit Werken behinderter Künstler zu sehen.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wurde im Pumpwerk in Siegburg der Fotoband „Mitten im Westen“ vorgestellt. Mit ihren sehr verschiedenen fotografischen Sichtweisen zeichnen die vier Fotografen Dirk Gebhardt, Axel Thünker, Stefan Worring und Wolfgang Zurborn darin ein spannungsvolles Bild des Rhein-Sieg-Kreises.
Im gesamten Jahr 2009 präsentierte sich der Kreis über diese Aktivitäten hinaus mit einem Informationsstand auf diversen Veranstaltungen der kreisangehörigen Kommunen, so zum Beispiel in Lohmar auf dem Stadtfest, in Königswinter auf dem Kinder- und Familienfest oder auch auf der Europawoche in Hennef sowie bei „Schmelztal aktiv“ in Bad Honnef und beim „Rheinbacher Sommerfestival“ 2009.
Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens ließ der Rhein-Sieg-Kreis 2009 eine Jubiläumsmünze prägen. Sie zeigt auf einer Seite das Wappen des Rhein-Sieg-Kreises, auf der anderen Seite sind das Siebengebirge, der Rhein und die Drachenfels-Burgruine zu sehen. Die Münze wurde in einer Auflage von 300 Stück produziert, 20 Exemplare wurden in einem Glasquader eingelassen.
Bedanken möchte sich der Rhein-Sieg-Kreis für die einfallsreichen Ideen, die rund um das Jubiläumsjahr in vielen kreativen Köpfen entstanden sind.
So machte zum Beispiel das LVR-Freilichtmuseum Lindlar den Menschen aus dem Rhein-Sieg-Kreis im Jubiläumsjahr ein besonderes Geschenk: Im Jahr 2009 konnten sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner des Rhein-Sieg-Kreises das Freilichtmuseum vergünstigt besuchen. „Diese Geburtstags-Aktion machen wir nicht nur wegen der wichtigen Zielgruppe aus dem Rhein-Sieg-Kreis, sondern mir hat auch das Motto des Kreises zum Jubiläum gefallen“, sagte Museumsleiter Michael Kamp. Schließlich passe das Jubiläums-Motto des Rhein-Sieg-Kreises „Meine Heimat…“ zu dem, was das Freilichtmuseum Lindlar zeige und vermittle: nämlich wie die Menschen in unserer Heimat früher gelebt haben. Auch bietet das Museum einen weiteren konkreten Bezug zum Rhein-Sieg-Kreis, weil das Fachwerkhaus Hoppengarten aus Windeck dort original wiederaufgebaut worden ist.
Der Troisdorfer Künstler Josef Hawle gestaltete zudem eine Jubiläums-Kaffeedose: Jubiläum feiern und Kaffee trinken – das gehört doch irgendwie zusammen. Und so zieren nun bekannte Sehenswürdigkeiten aus den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises sowie das Jubiläums-Logo „Meine Heimat – 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“ diese schöne Dose, die zum Preis von 5,00 Euro pro Stück angeboten wurde. Der Reinerlös aus dem Verkauf von 1,20 Euro pro Stück erhält dabei der Verein zur Förderung der Kinderklinik und des Deutschen Kinderherzzentrums (VFK) in Sankt Augustin e.V. Bis Dezember 2009 sind 2.200 Euro zusammengekommen, die am 03.12.2009 an die Kinderklinik übergeben wurden.
Rebellenblut, Jakobsmuschel, Grubenlampe und mehr hieß es vom 18.08. bis 05.09.2009 in einem Schaufenster der Galeria Kaufhof Siegburg, das gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis gestaltet wurde. Von A wie Alfter, die mit einigen Flaschen des bekannten Brombeerweines „Rebellenblut“ vertreten waren, über E wie Eitorf – hier hatte der Heimatverein aus Eitorf Büsch ein lebensgroßes Schwein als Symbol für das „Landleben“ zur Verfügung gestellt – bis W wie Windeck, mit Werkzeug, Erz und einer Grubenlampe aus der Grube Silberhardt, waren alle Kreiskommunen sowie der Kreis selber vertreten.
Auch Extra-Blatt und Schaufenster/Blickpunkt feierten mit einer Verlagssonderveröffentlichung „40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis – Meine Heimat“. Alles in allem wurde 2009 im Zeichen dieses Jubiläums würdig begangen. Bleibt zu hoffen, dass in 2019 das halbe Jahrhundert „meine Heimat“ in vergleichbarer Weise gefeiert werden kann.
Am 1. August 2009 besteht der Rhein-Sieg-Kreis in seiner jetzigen Form seit 40 Jahren. Am 13. Mai 1969 wurde das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn in Düsseldorf beschlossen und trat am 1. August 1969 in Kraft. Größe und Zuschnitt des Landkreises, der 19 Städte und Gemeinden umfasst, sind seitdem nicht mehr verändert worden. Das Berlin/Bonn-Gesetz vom 20.04.1994 sicherte unter anderem dem Rhein-Sieg-Kreis Ausgleichsmaßnahmen zu; heute ist der Rhein-Sieg-Kreis eine dynamische Region mit zahlreichen Dienstleistungen und Wissenschaftseinrichtungen. Lebten zum Zeitpunkt der Neuordnung rund 377.000 Menschen im Rhein-Sieg-Kreis, so sind es heute knapp 600.000.
Mit zahlreichen Veranstaltungen, wie dem Tag der Offenen Tür, und Jubiläumsangeboten begeht der Rhein-Sieg-Kreis sein 40-jähriges Jubiläum. Das im Rahmen eines Bürgerwettbewerbs ausgewählte Motto des Jubiläumsjahres lautet: „Meine Heimat – 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“. Mit einem Festakt am 21.August 2009 auf dem Petersberg feiert der Rhein-Sieg-Kreis die „offizielle Geburtsstunde“ des Landkreises vor 40 Jahren am 01.August 2009. Sponsor der Veranstaltungen rund um das Jubiläumsjahr ist die Kreissparkasse Köln. www.rhein-sieg-kreis.de , Rubrik „Bürgerservice“, Rubrik „40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“.
Teil II: „Die vom Straßenverkehrsamt...“
Rhein-Sieg-Kreis (al/hei) –Sie sind nicht nur zuständig, wenn es um Führerscheine oder Fahrzeugzulassungen geht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises machen viel mehr und einiges davon wurde jetzt in einer Jahresbilanz einmal zusammengefasst.
Es gibt dort zum Beispiel den Fachbereich „Verkehrssicherung“, der jetzt das abgelaufene Jahr 2009 in Zahlen und Fakten Revue passieren lässt.
„... und tschüss“ hieß es dort im vergangenen Jahr häufiger, wenn es darum ging, den bestehenden, teilweise sehr verwirrenden Schilderwald auf den Straßen des Kreisgebietes zu lichten und auf nicht mehr sinnvolle Verkehrszeichen schlicht und ergreifend zu verzichten. Und so hat das Straßenverkehrsamt unter Beteiligung der Kreispolizeibehörde, den Straßenbaulastträgern und dem ADAC die bereits im Jahr 2008 begonnene so genannte Verkehrsschau im Jahr 2009 erfolgreich fortgeführt und nach den Gemeinden Windeck und Eitorf nun auch Ruppichteroth einer eingehenden Prüfung unterzogen. Dabei wurde mit dem Ziel größtmöglicher Verkehrssicherheit ein „so wenig wie möglich, aber soviel, wie nötig“ an Schildern angestrebt.
Die heutige übermäßige Beschilderung – Relikt und Ansammlung längst vergangener Zeiten - führt nämlich zu einer allgemeinen Überforderung der Verkehrsteilnehmer und trägt außerdem dazu bei, dass Verkehrsvorschriften zunehmend nachlässiger akzeptiert und beachtet werden. Damit geht bedauerlicherweise auch die geringer werdende Bereitschaft zu einer eigenverantwortlichen Beurteilung der jeweiligen Verkehrssituation einher.
Insgesamt wurde bislang ein Straßennetz von rund 760 Kilometern abgefahren (22 km Bundesstraßen, 102 km Landesstraßen, 51 km Kreisstraßen und 582 km Gemeindestraßen). Hierbei konnten bisher 1.005 mittlerweile überflüssige Verkehrs- beziehungsweise Zusatzzeichen aus dem Straßenraum entfernt werden. Auch ins nächste Jahr hinein wird der Abbau des Schilderwaldes fortgesetzt – zurzeit in der Gemeinde Much.
Ebenfalls in die Zuständigkeit des Fachbereiches Verkehrssicherung fallen so genannte Großraum- und Schwertransporte. Sie haben für Unbeteiligte immer etwas Abenteuerliches, erfordern aber eine gewaltige logistische Leistung. Eine der größten Schwertransportfirmen hat ihren Sitz in Bornheim, so dass das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises regelmäßig mit dieser Thematik befasst ist, und in rund 700 Fällen jährlich um Genehmigung gebeten wird. Bei einem solchen Transport muss das Straßenverkehrsamt zunächst die Zustimmung sämtlicher vom Transport betroffener Bundesländer einholen, bevor es eine Genehmigung erteilen kann. Zusätzlich muss es die Straßenbaulastträger, gegebenenfalls die Polizei und manchmal auch noch weitere Dienststellen beteiligen. Durch diese vielschichtige Absprache soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass ein Transport nicht unerwartet durch eine kurzfristig eingerichtete Baustelle stecken bleibt, dass Brücken von ausreichender Tragfähigkeit gewählt werden oder Unterführungen hoch genug sind.
Grundsätzlich dürfen Großraum- und Schwertransporte nur zu bestimmten Zeiten, nämlich meistens werktags spät abends oder nachts durchgeführt werden. Dann müssen vorübergehend Verkehrszeichen, Ampelanlagen und ähnliches abgebaut werden. Das erfordert häufig auch Straßensperrungen für den Gegenverkehr oder es müssen vorübergehend Park- oder Halteverbotszonen eingerichtet oder für Polizeibegleitung gesorgt werden. Die Genehmigung eines solchen Transportes erfolgt unter der Voraussetzung, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet sowie Infrastruktur (Straßen und Ingenieurbauwerke) aber auch privates Vermögen Dritter (Privathäuser und Grundstücke) geschützt wird.
Ein weiteres Zuständigkeitsgebiet für die Verkehrssicherung beim Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises findet sich im Bereich der Personenbeförderung. Hier vergibt der Kreis Taxi- und Mietwagenkonzessionen (zurzeit bestehen im Kreisgebiet 187 Taxi- und 326 Mietwagenkonzessionen), und somit obliegt ihm auch die Aufsicht in diesem Bereich. Das bedeutet zum einen, dass es während der üblichen Dienst- und Geschäftszeiten zu Kontrollen der Konzessionsinhaber an den Betriebssitzen dieser Unternehmen kommt. Zum anderen kontrollieren aber auch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes spät abends, nachts oder an den Wochenenden, ob die Vorschriften des Personenbeförderungsgesetzes eingehalten werden, denn leider ist es so, dass es im Taxi- und Mietwagengewerbe immer wieder zu zum Teil auch gravierenden Verstößen kommt.
Zum Beispiel bieten manche Mietwagenunternehmer ihre Dienste gerade vor Diskotheken und anderen Vergnügungsstätten an, wozu sie auf Grund des Personenbeförderungsgesetzes nicht befugt sind. Mietwagenunternehmer dürfen Aufträge nur an ihrem Betriebssitz annehmen; dafür sind sie dann auch nicht an den Taxitarif gebunden und können somit im Gegensatz zum Taxi günstiger fahren. Diese Vorschrift wird gerade an Wochenenden und vor allem an stark belebten Orten, aber auch an Taxiständen und vor Bahnhöfen häufig umgangen, indem sich dort auch Mietwagen bereithalten und ihre Dienste anbieten. Verstöße, die bei Taxikontrollen auffallen, sind zum Beispiel fehlende Papiere, die immer mitgeführt werden müssen, so nämlich zum Beispiel der aktuelle Taxitarif, ein Auszug aus der Genehmigungsurkunde und ähnliches. Diese Verstöße werden dann im Rahmen von Ordnungswidrigkeitenverfahren geahndet.
In der „Führerscheinstelle“ des Kreisstraßenverkehrsamtes ist mehr und mehr ein Renner das Projekt „Begleitetes Fahren mit 17“. Nachdem im Jahr 2008 bereits 2.600 junge Menschen daran teilgenommen haben, waren es 2009 mehr als 3.100. „Das begleitete Fahren mit 17 trägt mit dazu bei, die Verkehrssicherheit, gerade bei den jungen Erwachsenen, zu fördern“, so Dieter Siegberg, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises.
Im Rhein-Sieg-Kreis ebenfalls beim Straßenverkehrsamt angesiedelt ist die Unfallkommission. Sie besteht aus Vertretern der jeweils zuständigen Polizeibehörde und Kommune, dem Träger der Straßenbaulast und dem Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises. Ihre Aufgabe ist es, an unfallauffälligen Stellen das jeweilige Unfallgeschehen zu analysieren und mit geeigneten Vorkehrungen und Veränderungen diese so genannten Unfallhäufungsstellen zu entschärfen und so die Verkehrssicherheit deutlich zu erhöhen. Unfallhäufungsstellen werden als solche erfasst, wenn es innerhalb eines Jahres an einem Streckenabschnitt oder Verkehrsknoten zu schweren Verkehrsunfällen gekommen ist und wenn mindestens drei dieser Verkehrunfälle aus identischen Fahrbeziehungen resultieren.
Für das Jahr 2009 kann die Unfallkommission einen Rückgang von Unfallhäufungsstellen vermelden. Waren Anfang 2009 noch 42 Unfallhäufungsstellen auf dem Kreisgebiet registriert, konnte diese Anzahl im Verlauf des Jahres auf 34 reduziert werden.
Trotz der positiven Entwicklung waren auf dem Kreisgebiet im abgelaufenen Kalenderjahr noch 18 getötete Personen aufgrund von Verkehrsunfällen zu beklagen. Allein diese Zahl von Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang, bei denen die Unfallkommission ebenfalls die Arbeit aufnimmt, ist Ansporn genug, sich weiter aktiv für die Verbesserung der Verkehrssicherheit einzusetzen.
„Service für die Bürgerinnen und Bürger zu bieten und die Sicherheit auf den Straßen im Rhein-Sieg-Kreis zu erhöhen – das ist das wichtigste Ziel der täglichen Arbeit im Kreisstraßenverkehrsamt“, fasst Ordnungs- und Verkehrsdezernentin, Kreisdirektorin Annerose Heinze, zusammen.
Teil III: „Mehr Einsicht für Vielfalt“: Schutz von Fauna und Flora in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rhein-Sieg-Kreis
Rhein-Sieg-Kreis (hei) – „Die Flächen, die unter Vertragsnaturschutz stehen, haben im Jahr 2009 um 41 Prozent zugenommen, ebenso sind 50 Prozent weniger Anzeigen wegen Verstoßes gegen den Natur- und Landschaftsschutz eingegangen“, fasst Bernd Zimmermann, Leiter des Amtes für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises, die Bilanz des Jahres 2009 zusammen. „Insgesamt lässt sich sagen, es ist mehr Einsicht für Vielfalt gewachsen“, so Bernd Zimmermann.
Gab es Anfang 2009 zwischen den Landwirten und dem Rhein-Sieg-Kreis 231 Naturschutzverträge für 728 Hektar Fläche, so werden seit Ende des Jahres nach weiteren 69 Verträgen jetzt 1.033 Hektar Fläche nach Naturschutzvorgaben bewirtschaftet. Diese Entwicklung zeigt, dass sich Naturschutz und landwirtschaftliche Produktion ergänzen können.
Positiv fällt weiterhin der 50-prozentige Rückgang von Ordnungswidrigkeiten gegen den Natur- und Landschaftsschutz auf: das illegale Abholzen und Roden von Hecken in der gesetzlich geschützten Vogelbrutzeit ging in 2009 zurück; ebenso konnte das verbotswidrige Parken von Kraftfahrzeugen im Siebengebirge entschärft werden.
„Sicherlich trägt die Achtsamkeit der 74 Landschaftswarte, die im Kreisgebiet tätig sind, – das ist die größte Anzahl der ehrenamtlichen Landschaftswarte in NRW - mit dazu bei. Sie halten Augen und Ohren offen und klären über den Natur- und Landschaftsschutz sowie über die heimische Fauna und Flora auf“, so Zimmermann. Dabei steht die Zusammenarbeit und die Information der Bürgerinnen und Bürger mit an oberster Stelle: Informationstafeln in der Natur, eine Serie über geschützte Arten im Rhein-Sieg-Kreis, im Rahmen der Reihe „ULB vor Ort“ ein Vortrag über Fledermäuse in der Siegmündung, eine Ausstellung über „Natur und Technik im Einklang“ auf dem Flugplatz Hangelar, Ausstellungen bei der Kreistierschau und im Tierheim Troisdorf belegen dies. Ein ständig aktualisierter Internetauftritt über http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/buergerservice/aemter/amt67/umwelt_und_verbrauerschutz/ bietet umfangreiche Informationen.
40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis – aus Anlass dieses Jubiläums hielten die amtlichen Natur- und Landschaftsschützer einmal Rückblick und stellten fest: 1969 gab es weder ein Bundesnaturschutzgesetz, noch ein Landschaftsgesetz, und schon gar nicht ein Amt für Natur – und Landschaftsschutz, doch bereits vier Naturschutzgebiete – Rodderberg, Siebengebirge, Wahner Heide sowie den Gagelbestand in Lohmar – mit insgesamt 53 Quadratkilometern. Im Laufe der folgenden vierzig Jahre bis 2009 wurden 116 Naturschutzgebiete festgelegt. Sie umfassen 171 Quadratkilometer, das sind 14,8 Prozent der Fläche des Rhein-Sieg-Kreises. Im prozentualen Vergleich umfasst die Naturschutzfläche in Nordrhein-Westfalen 7,1 Prozent Landesfläche, und bundesweit stehen 3,5 Prozent der Bundesfläche unter Naturschutz. Zusammen mit den Landschaftsschutzgebieten stehen 66,8 Prozent der Fläche des Rhein-Sieg-Kreises unter Natur- und Landschaftsschutz.
Heute, nach vierzig Jahren, gibt es nicht nur das Amt für Natur- und Landschaftsschutz, sondern auch das hier angegliederte Umwelttelefon, Telefon 02241/13-2200, E-Mail: umwelttelefon@rhein-sieg-kreis.de , welches stetig rege nachgefragt wird. Im Jahr 2009 wandten sich 511 Bürgerinnen und Bürger an die Auskunftszentrale für Umweltfragen der Kreisverwaltung. Dabei ging es im Sommer besonders um Fragen zu Wespen und Hornissen. Aber auch Fragen, Hilfestellungen und Informationen zu anderen Insekten sowie zu Siebenschläfern, Tauben, Fledermäusen und Mardern waren aktuell. Da die Befahrung der Sieg und Agger bei Niedrigwasser verboten ist, informierten sich die Bürgerinnen und Bürger im Sommer auch regelmäßig nach den Pegelständen.
Weiterhin stand in 2009 der arbeitsintensive Einsatz gegen die „tückische Schönheit“ der Herkulesstaude im Vordergrund: insgesamt konnten im Rhein-Sieg-Kreis 57.750 Knollen des Riesenbärenklaus ausgegraben werden und rund 15.000 Blüten abgeschnitten werden. 2010 soll die Aktion, die überwiegend aus Landesmitteln finanziert wird, siegabwärts fortgeführt werden.
Teil IV: Rhein-Sieg-Sport in Zahlen
Rhein-Sieg-Kreis (al) –Sportliche Ereignisse leben üblicherweise von Zahlenmaterial. Aber wenn der Rhein-Sieg-Kreis jetzt im Bereich Sport sein Jahr 2009 resümiert, geht es ausnahmsweise bei den Zahlen nicht darum aufzuzeigen, wer wie schnell war, wie weit oder hoch gesprungen ist oder welche Mannschaft in welcher Höhe gewonnen hat. Diesmal haben die Verantwortlichen einmal ganz andere „Rekorde“ aufgelistet.
So gibt es zum Beispiel im gesamten Kreisgebiet die beachtliche Zahl von 599 Sportvereinen mit insgesamt 157.866 Mitgliedern zu vermelden. Man kann also davon ausgehen, dass immerhin weit über ein Viertel der gesamten Rhein-Sieg-Kreis-Bevölkerung sich auf irgendeine Weise in einem Verein sportlich betätigt und körperlich ertüchtigt.
Doch was wären diese Vereine ohne ihre Übungsleiter? Das sagte sich auch der Rhein-Sieg-Kreis, und so erhielten im vergangenen Jahr 282 Sportvereine für die Arbeit ihrer qualifizierten Übungsleiter Zuschüsse in einem Gesamtvolumen von 245.000 Euro, die der Rhein-Sieg-Kreis hier sinnvoll und nicht nur gesundheitsfördernd investiert hat.
Natürlich gab es auch etwas zu feiern, und so wurden gemäß der Richtlinien zur Ehrung verdienter Sportler 71 Leistungs- und 51 Breitensportler für ihre sportlichen Leistungen und Errungenschaften geehrt.
Das Vorzeigeobjekt des Breitensports, das Sportabzeichen, haben im vergangenen Jahr 8.333 Personen abgelegt. Diese Zahl lässt sich unterteilen in 6.435 Jugendliche und 1.898 Erwachsene. Bei den Schulen hatten traditionell die Grundschulen die Vorreiterrolle inne: an 49 Grundschulen des Kreises wurde um das Sportabzeichen erfolgreich gelaufen, gesprungen, geworfen, gestoßen und geschwommen. Und am Landessportfest der Schulen haben in 14 Sportarten 253 Schulen mit insgesamt circa 3.200 Schülerinnen und Schülern teilgenommen.
Darüber hinaus wurde der Grundstein dafür gelegt, dass die Zahlen im nächsten Jahr noch besser aussehen: im Rahmen der Qualifizierungsarbeit des Kreissportbundes, die der Rhein-Sieg-Kreis unterstützt, haben nämlich 250 Personen an Fortbildungen teilgenommen, 40 Personen eine Sonderausbildung im Bereich Sport mit Kindern absolviert sowie 70 Personen mit dem Übungsleiter-C-Schein die Lizenz und damit die Berechtigung erworben, Gruppen sportlich anzuleiten und weiterzubringen. (RSK)
Teil V: Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zieht Bilanz
Rhein-Sieg-Kreis (al) – Mit diversen Tierseuchen und -krankheiten hatten es die Rhein-Sieg-Veterinäre im vergangenen Jahr zu tun.
Den Anfang machte gleich zu Beginn des Jahres der Ausbruch der Schweinepest. Nachdem bei 27 Wildschweinen im rechtsrheinischen Kreisgebiet die Schweinepest nachgewiesen worden war, hieß es agieren statt reagieren. Daher wurden sogleich umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Zunächst einmal wurde das gesamte rechtsrheinische Kreisgebiet zum gefährdeten Bezirk erklärt. Dies bedeutete für die circa 70 Schweine haltenden Betriebe in diesem Gebiet gewisse Handelsbeschränkungen. Zusätzlich waren und sind sie natürlich angehalten, strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. Stichprobenartig wurden aus diesen Beständen 570 Blutproben gezogen und auf die Schweinepest untersucht – allesamt mit negativem Ergebnis.
Dank der guten Zusammenarbeit mit der um Mithilfe gebetenen Jägerschaft des Rhein-Sieg-Kreises konnten dann im Laufe des Jahres über 1000 Wildschweine erlegt werden. Dies Reduzierung der Wildschweinpopulation und darüber hinaus sechs groß angelegte „Impfaktionen“, bei denen jeweils circa 26.000 Impfköder von circa 300 Jägern ausgelegt worden waren, trugen dazu bei, dass seit Juli des Jahres bei keinem erlegten Wildschwein mehr der Erreger nachgewiesen werden konnte. Damit war eine große Gefahr bis auf weiteres gebannt, denn auch, wenn die Schweinepest für den Menschen ungefährlich ist – für die Hausschweine war die Bedrohung groß und im Zuge dessen auch für die Existenzen der Schweine haltenden Betriebe.
Die in den letzten Jahren mit heftigen Verlusten grassierende Blauzungenkrankheit trat zwar etwas in den Hintergrund, aber dennoch galt es auch hier, die landesweit angeordnete Impfpflicht der circa 30.000 Rinder und ca. 10.000 Schafe beziehungsweise Ziegen im Kreis zu organisieren und zu überwachen. Auch hier zeigt sich der Erfolg der Impfungen. Landwirte meldeten nur noch wenige Verdachtsfälle.
Weitere Tierseuchen, wie z.B. die Herpesvirusinfektion bei Rindern (BHV 1), die bovine Virusdiarrhoe (BVD), Salmonellosen, Koi-Herpesvirusinfektionen und die Faulbrut der Bienen führten zu insgesamt ca. 160 weiteren Betriebskontrollen; dabei wurden über 300 Gesundheitszeugnisse ausgestellt.
Aus tierseuchen-, insbesondere aber auch aus tierschutzrechtlichen Gründen gibt es immer wieder aufwändige Kontrollen bei der Abfertigung von internationalen Tiertransporten. 2009 wurden 331 Tiertransporte mit insgesamt 14.700 Rindern beziehungsweise Kälbern und 130 Pferden abgefertigt. Exotischer waren da schon die Überprüfungen von 24 Alpakas, die für Ausstellungen im Ausland Gesundheitszeugnisse und Transportpapiere benötigten.
Ein Schwerpunkt der Arbeit im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist neben den Routinekontrollen zur Überwachung des Tierschutzes die Bearbeitung von Tierschutzanzeigen, die von besorgten Tierfreunden gemeldet werden. Die Mitarbeiter des Amtes gingen im Jahr 2009 475 Anzeigen nach. Besonders gravierend war eine vernachlässigte Schafhaltung mit mehreren toten Tieren, die am Neujahrstag gemeldet wurde. Insgesamt wurden 45 amtstierärztliche Gutachten im Rahmen einer Überprüfung nach dem Landeshundegesetz erstellt. Hierbei handelt es sich überwiegend um Stellungnahmen hinsichtlich der Gefährlichkeit von Hunden, die in Beißvorfälle verwickelt waren. Zur weiteren Durchsetzung des Tierschutzes wurden bisher 50 Belehrungen ausgesprochen, 31 Bußgeldverfahren durchgeführt, 40 Ordnungsverfügungen erlassen und 6 Verfahren wegen des Verdachts einer Straftat der Staatsanwaltschaft zugeleitet. Eine Schafherde mit ca. 40 Tieren, zwei Pferde, vier Hunde, drei Katzen und einige Heimtiere wurden den Besitzern wegen schlechter Haltung weggenommen.
„Unsere Veterinäre nehmen diese Anzeigen sehr ernst“, sagte Kreisdirektorin Annerose Heinze, in deren Dezernat das Veterinäramt angesiedelt ist, „sie tun alles, was im gesetzlichen Rahmen möglich ist, um Tiere vor einer nicht artgerechten Haltung oder gar Quälerei zu schützen. Dies ist eine sehr zeitaufwändige und mühsame Aufgabe, da in jedem Fall gerichtsfeste Entscheidungen getroffen werden müssen, sonst ist auch den Tieren nicht gedient.“
Auch die Lebensmittelüberwachung kommt beim Rhein-Sieg-Kreis nicht zu kurz. Die acht amtlichen Lebensmittelkontrolleure agieren ausschließlich zum Schutz der Bevölkerung. In diesem Zusammenhang wurden im vergangenen Jahr 2.331 der insgesamt 5.119 registrierten Betriebe überprüft. Neben der Einhaltung der geltenden Vorschriften hinsichtlich der Hygiene und Herstellung von Lebensmitteln, wird dabei auch grundsätzlich die Dokumentation des Eigenkontrollkonzeptes geprüft. Bei einer Gesamtzahl von 3.648 durchgeführten Kontrollen ergaben sich bisher 749 gebührenpflichtige Nachkontrollen. Diese waren notwendig, da der jeweilige Betrieb Mängel aufwies, die bis zur Nachkontrolle abzustellen waren. Darüber hinaus wurden wegen der festgestellten Verstöße insgesamt 163 Bußgeldverfahren durchgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Kontrolle des Hygienemanagements bei der Herstellung und Verteilung von Speisen in Krankenhäusern. Bei den sieben sehr umfangreich kontrollierten Häusern konnte ein guter bis sehr guter Standard festgestellt werden.
Über die üblichen Routinekontrollen hinaus wurden 128 Verbraucherbeschwerden bearbeitet. Bürger, die mit der angebotenen Ware oder Hygiene eines Lebensmittelbetriebes unzufrieden sind, können – sofern Sie die Angelegenheit nicht unmittelbar mit dem Anbieter regeln möchten – an den Bereich Bürger-Service / Info beim Rhein-Sieg-Kreis wenden. Die Lebensmittelüberwachung geht grundsätzlich allen berechtigten Beschwerden nach.
Auch Rückrufaktionen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. In bislang 87 Fällen wurde das Amt über das europaweite Schnellwarnsystem über unsichere Produkte in Kenntnis gesetzt. Hier galt es in aller Regel, die Rückrufaktionen der Produkte zu überwachen, um mögliche Gefahren für den Verbraucher abzuwehren.
Zum Verbraucherschutz gehört auch die Überwachung der Fleischhygiene in Schlachtbetrieben. So wurden 2009 rund 3.300 Rinder, 4.100 Schweine und 1.100 Schafe geschlachtet und auf Tauglichkeit untersucht. Bei circa 400 Rindern über 48 Monaten wurden Proben zur Untersuchung auf BSE entnommen. Die Testergebnisse waren alle negativ.
Die Qualität der Arbeit des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes wird kontinuierlich in- und extern geprüft und – soweit notwendig – im Rahmen des Qualitätsmanagements weiter verbessert. Seit Oktober 2006 ist das Qualitätsmanagementsystem des Amtes nach der DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.
Im Dezember dieses Jahr hat der TÜV Nord nach der nun geltenden DIN EN ISO 9001:2008 erneut eine erfolgreiche Zertifizierung für drei weitere Jahre ausgesprochen.
Teil VI: 21,2 Millionen Euro für Eigentumsförderung - mehr sozialer Wohnraum gefördert
Rhein-Sieg-Kreis (hei) –Im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet die Förderung des sozialen Wohnraums im Rhein-Sieg-Kreis einen Zuwachs: insgesamt wurden in 2009 165 geförderte Mietwohnungen, zehn Mieteinfamilienhäuser und acht Heimplätze für Menschen mit Behinderungen neu gebaut. Das sind mehr als doppelt so viele geförderte Mietwohnungen als in 2008.
Die neuen Wohnungen entsprechen modernem Standard, sie sind barrierefrei und weisen eine Einsparung beim Energieverbrauch auf. Dies hilft nicht nur den Mietern, die Nebenkosten gering zu halten, sondern trägt auch zur Senkung des CO² - Ausstoßes bei. Damit steht qualitativ hochwertiger aber dennoch bezahlbarer Wohnraum auch Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung.
Neben dem Neubau von sozialen Mietwohnungen nahm in 2009 auch die Eigentumsförderung wie gewohnt einen wichtigen Stellenwert ein. So konnte 326 Familien zu einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung verholfen werden. Das Gesamtfördervolumen, welches der Rhein-Sieg-Kreis aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen bereitstellt, betrug in 2009 rund 21,2 Millionen Euro.
Die öffentliche Förderung als verlässliche Säule der Finanzierung ist insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Ungewissheit von hoher Bedeutung. Von der Beratung über die Antragstellung bis hin zur Bearbeitung bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine kompetente und vor allem neutrale Hilfestellung an. Darüber hinaus tragen die Mietwohnungs- und Eigenheimförderung durch die öffentliche Hand mit ihrem Existenz sichernden Einfluss in der Region zur Erhaltung von Arbeitsplätzen, insbesondere im Handwerk, bei.
Über Voraussetzungen für eine entsprechende Förderung, wie beispielsweise Einkommensgrenzen, oder die Ausstellung einer Wohnberechtigungsbescheinigung können sich Interessierte an die Abteilung Wohnungsbauförderung in der Kreisverwaltung, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, Telefon 02241/13-0, wenden, oder im Internet auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises, www.rhein-sieg-kreis.de , über die Rubriken Bürgerinformationssystem, Anliegen, W, Wohnungsbauförderung, Informationen erhalten.
Teil VII: Lebendige Tradition - Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs erschien pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum des Rhein-Sieg-Kreises
Rhein-Sieg-Kreis (hei) –Jetzt ist es selber zur lebendigen Tradition geworden: das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises ist im Oktober 2009 zum 25 – mal erschienen! Damit ist es selber zu einem „Stück Heimatgefühl“ geworden und seitdem treu Jahr für Jahr dem Anspruch nachgekommen „über die Natur und ihre Lebensform ebenso (…) wie über die Kultur und ihre Prägungen, etwa die Geschichte, die Kunst und die Sprache, aber auch die Menschen, die Wirtschaft, das Brauchtum und den Dialekt“, wie es im ersten Vorwort aus dem Jahre 1986 heißt, zu berichten.
Im Laufe der Zeit entstand eine umfangreiche Bibliothek, die den Rhein-Sieg-Kreis aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Ein schöner Zufall, dass das Erscheinungsjahr der Jubiläumsausgabe nunmehr zeitgleich mit dem 40-jährigen Jubiläum des Rhein-Sieg-Kreises, das unter dem Motto „Meine Heimat“ steht, zusammenfällt. Denn dem in der ersten Ausgabe 1986 formulierten Leitgedanken „Bürger schreiben für Bürger“ sind bis heute 314 Autorinnen und Autoren gefolgt. Auf insgesamt 5.311 Seiten und 755 Artikeln entfalten sie ein reiches Panorama des Lebens im Rhein-Sieg-Kreis.
Die Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs 2010, welches das lebendige kulturelle Erbe, Tradition und Brauchtum im Rhein-Sieg-Kreis vorstellt, ist die zehnte Ausgabe im ansprechenden Layout des Malers und Grafikers Reinhard Zado. 7.000 Bücher umfasst die aktuelle Auflage. Übrigens: aufeinander gestapelt ergäben die Bücher einen 140 Meter hohen Turm, der damit fast die doppelte Höhe der Lanxess-Arena in Köln ergäbe beziehungsweise 90 Meter höher wäre als das Siegburger Kreishaus.
„Das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises ist ein Lese- und Bilderbuch, das Geschichte anschaulich macht, und Geschichten aus dem Rhein-Sieg-Kreis lebendig erzählt. In den 25 Jahren hat sich das Buch auch als Band bewährt, das die Teile unseres großen Kreises miteinander verbindet“, sagt Rainer Land, Leiter des Kulturamtes des Rhein-Sieg-Kreises, ebenfalls seit runden zehn Jahren verantwortlicher Redaktionsleiter für das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises.
Teil VIII: Verbindung schaffen zwischen den Menschen im Rhein-Sieg-Kreis, Europa und dem europäischen Ausland
Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Die Beziehung zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis, den Menschen, die hier leben, arbeiten, aufwachsen, und Europa und den Menschen im europäischen Ausland zu fördern, ist eine Aufgabe des Rhein-Sieg-Kreises.
Wichtige „Projektpartner“ sind die Schulen im Rhein-Sieg-Kreis und ihre Schülerinnen und Schüler. Seit September 2009 dürfen zwei weitere Schulen aus dem Rhein-Sieg-Kreis die Landesauszeichnung „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ führen: die Gesamtschule Troisdorf und die „Ritter-Göttscheid-Grundschule“ Neunkirchen-Seelscheid. Mit der Europaschule Bornheim, dem „Albert-Einstein-Gymnasium“ in Sankt Augustin und der Grundschule Harmonie Eitorf gibt es nunmehr insgesamt fünf durch das Land Nordrhein-Westfalen zertifizierte Europaschulen im Rhein-Sieg-Kreis.
Voraussetzung hierfür sind unter anderem die Umsetzung des Europagedankens, ein erweitertes Fremdsprachenangebot, bilingualer Unterricht oder Unterrichtsangebote (für die weiterführenden Schulen), internationale Projekte und Partnerschaften. Informationen gibt es im Internet unter der Adresse http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Schulformen/Europaschulen/index.html .
Die Anmeldefrist zum beliebten Schülerwettbewerb „Europäischer Marktplatz der Ideen“ lief am 30. Oktober 2009 aus. Er wird in 2010 mit etwa 326 Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse der Grundschulen im Rhein-Sieg-Kreis unter dem Motto „Kinder in Europa – so unterschiedlich leben wir“ im Siegburger Kreishaus stattfinden.
Rund um die Europawahl ging es in 2009 mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion der Kandidaten für das Europaparlament, moderiert von Landrat Frithjof Kühn, im Siegburger Kreishaus. Außerdem hatte der Kreis zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Europa für Bürgerinnen und Bürger – Antragsmodalitäten, Kriterien und erfolgreiche Anträge“ für EU-Interessierte aus Vereinen, Kommunen, Verbänden und Organisationen aus dem Rhein-Sieg-Kreis über das EU-Förderprogramm eingeladen.
Der Arbeitskreis Europa, ein Gremium des Kreistags, tagte zweimal im Siegburger Kreishaus; unter anderem reiste eine Delegation zum Europatag des Rates der Gemeinden und Regionen Europas nach Malmö und vertrat den Rhein-Sieg-Kreis dort bei den Themen „Europäische Charta der kommunalen und regionalen Dienstleistungen von allgemeinem Interesse“ sowie „Weltklimaschutzabkommen der Bürgermeister und Kommunen“. Ebenso nahm der Rhein-Sieg-Kreis beim Deutsch-Polnischen Ausschuss des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in Kattowitz sowie an der Sitzung des Deutsch-Französischen Ausschusses des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in Stuttgart teil.
Informationen rund um „Europa“ gibt es im Internet auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises www.rhein-sieg-kreis.de unter der Rubrik „Bürgerservice“.
Teil IX: Abwrackprämie – und doch ein Ende
Rhein-Sieg-Kreis (kl) – Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache ist das Wort des Jahres 2009 die „Abwrackprämie“. Diese im Rahmen des Konjunkturprogramms II der Bundesregierung beschlossene Umweltprämie beschäftigte nicht nur Politik, Kfz-Industrie und Autobesitzer sondern vor allem auch die Zulassungsbehörden.
Durch die Prämie wurden auch bei den Zulassungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg und Meckenheim erheblich mehr Neu- und Jahreswagen zugelassen und ebenfalls deutlich mehr Altfahrzeuge außer Betrieb gesetzt und deren korrekte Verwertung bestätigt. Allerdings bezieht sich diese Steigerung lediglich auf Personenkraftwagen.
Am meisten zu tun gab es in den Monaten März bis Juli. Der Höhepunkt der Zulassungswelle wurde in der 27. Kalenderwoche, Ende Juni Anfang Juli, erreicht. Hier wurden stattliche 744 Personenwagen neu zugelassen. Im November und dem bisherigen Verlauf des Dezember liegen die Neuzulassungszahlen nur noch geringfügig über denen der Vorjahre. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22.135 neue Personenwagen zugelassen (ohne Jahreswagen), 7.265 mehr als im Vorjahr.
Zusätzlich zu der durch die Abwrackprämie bedingten Mehrarbeit mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zulassungsstellen das normale Alltagsgeschäft bewältigen Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 26.386 Fahrzeuge aller Art im Rhein-Sieg-Kreis neu zugelassen. Noch häufiger, nämlich 37.561 Mal, wurden Fahrzeuge aus anderen Zulassungsbezirken, mit und ohne Halterwechsel, umgeschrieben. 66.034 Fahrzeuge wurden außer Betrieb gesetzt und 37.256 Mal der Wechsel der Kfz-Haftpflichtversicherung vorgenommen. Rechtlich wesentlich bedeutsamer sind die 12.129 Anzeigen, dass die Kfz - Haftpflichtversicherung nicht mehr besteht und die 3.872 Mitteilungen des Finanzamtes, das der Halter bei der Zahlung der Kfz Steuer im Rückstand sei. Diese Informationen haben unmittelbar zur Folge, dass der Betrieb des Fahrzeuges sofort untersagt wird und möglicherweise auch die Schilder durch den Außendienst des Amtes entsiegelt werden.
Neben der Abwrackprämie brachte das auslaufende Jahr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Führerschein- und Zulassungsstellen aber auch für die Kundinnen und Kunden des Straßenverkehrsamtes noch andere wesentliche Neuerungen. Ende Mai konnten, nach fast eineinhalbjähriger Bauzeit, die völlig neu gestalteten „alten“ Räumlichkeiten des Straßenverkehrsamtes im Kreishaus wieder bezogen werden. Der Umzug erfolgte an einem Wochenende, wodurch Beeinträchtigungen für das Publikum vermieden wurden. Gleichzeitig wurde der organisatorische Ablauf in wesentlichen Punkten geändert und ein neues elektronisches Aufrufsystem in Betrieb genommen. Die Änderungen haben sich bewährt und die Reaktionen der Kundinnen und Kunden sind durchweg positiv.
Ende September wurde als 2. Stufe der Fahrzeugzulassungs-Verordnung die Online-Anbindung der Zulassungsbehörden an das beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg geführte „Zentrale Fahrzeugregister“ realisiert. Nunmehr können online Daten aus diesem Register durch die Zulassungsbehörden abgerufen oder nach Zulassung dorthin übermittelt werden. Die Datenbestände der verschiedenen Register werden ohne zeitliche Verzögerung aktualisiert. Zudem dient die Zentraldatei als Schnittstelle zum Datenaustausch zwischen den Zulassungsbehörden.
Zu einer weiteren Verbesserung des Services wurde im November die Terminreservierung für Privatkunden auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises eingestellt. Die Kundinnen und Kunden haben dadurch die Möglichkeit sich online einen Termin zu reservieren und somit Wartezeiten zu vermeiden. Dieser Service gilt für die Führerschein- und Zulassungsstellen sowohl in Siegburg als auch in Meckenheim. Obwohl hierauf in der Presse hingewiesen worden ist, wird dieser Service nur sehr zögerlich angenommen. An jedem Tag stehen noch ausreichend Termine zur Verfügung.
Als nächstes „Highlight“ steht im kommenden Jahr die Installation so genannter „Pen-Pads“ im Zulassungsverfahren an. Diese Geräte ermöglichen es, die Unterschrift elektronisch auf dem Zulassungsantrag zu leisten und zu archivieren. Bisher war es erforderlich, den Antrag in Papierform auszudrucken, unterschreiben zu lassen, elektronisch zu archivieren und dann zu vernichten. Diese Zwischenschritte entfallen. Das System ist vielen bekannt durch die Deutsche Post und andere Zustelldienste, bei denen der Empfang einer Sendung ebenfalls elektronisch auf einem Tableau durch Unterschrift bestätigt wird. Im Gegensatz zu diesem System können die Kundinnen und Kunden in der Zulassungsstelle auf einem Bildschirm sehen, was sie unterschreiben. Nach technischen Anpassungen in der Datenverarbeitung soll der Startschuss im Januar erfolgen.
„Das Straßenverkehrsamt und hier vor allem die Zulassungsstelle ist einer der publikumsintensivsten Bereiche der Kreisverwaltung. Viele Bürgerinnen und Bürger kommen hier erstmalig oder sogar ausschließlich mit der Kreisverwaltung in Berührung. Es liegt uns daher ganz besonders daran, diesen Bereich so bürgerfreundlich und serviceorientiert wie möglich zu gestalten“, erläutert Kreisdirektorin Annerose Heinze als zuständige Dezernentin für den Bereich.
Teil X: Schulpsychologischer Dienst 2009 – Im Dienste unserer Kinder und Jugendlichen
Rhein-Sieg-Kreis (kl) – Der Schulpsychologische Dienst des Rhein-Sieg-Kreises ist ein wichtiges Unterstützungsangebot für Schüler, Eltern und Lehrer im Rhein-Sieg-Kreis. „Dies zeigt die Leistungsbilanz des Dienstes in eindrucksvoller Weise“, sagt Thomas Wagner, zuständiger Dezernent für die Psychologischen Beratungsdienste des Rhein-Sieg-Kreises. „Mit ihren Beratungsangeboten tragen die Schulpsychologen zur Persönlichkeitsentwicklung vieler Kinder und Jugendlichen im Rhein-Sieg-Kreis bei und unterstützen sie in ihrem Anspruch auf Erziehung und Bildung, in ihrer Lernentwicklung sowie in ihrer Schullaufbahn".
Wenn Eltern und pädagogische Fachkräfte sich an den Schulpsychologischen Dienst wenden, haben sie in der Regel ein dringendes Anliegen und erhoffen sich eine möglichst kurzfristige Beratung. Wurden bisher bereits Termine nach Dringlichkeit kurzfristig vergeben, so konnte im Jahr 2009 erstmals die übliche Wartezeit zwischen dem telefonischen Anmeldegespräch und der persönlichen Beratung deutlich verkürzt werden. Mussten Ratsuchende sich früher oft 3 Monate gedulden, so erhielt die überwiegende Zahl in diesem Jahr bereits innerhalb von 8 Wochen einen Termin für eine weiter gehende Beratung oder eine Testuntersuchung.
Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Zuweisung zweier Schulpsychologinnen im Landesdienst Ende 2008 an den Schulpsychologischen Dienst des Rhein-Sieg-Kreises. 1100 bis 1200 Kinder und Jugendliche (2008 waren es 1086 Anmeldungen) wurden in den letzten Jahren beim Schulpsychologischen Dienst des Rhein-Sieg-Kreises neu angemeldet. Von den insgesamt 1394 registrierten „Beratungsfällen“ in 2008 betreute jede Fachkraft im Schulpsychologischen Dienst des Rhein-Sieg-Kreises im Durchschnitt 165 Kinder, deren Eltern und Lehrer; mehr als die Hälfte (54 %) der Beratungen umfasste vier bis fünfzehn Kontakte.
Auch Anfragen von Schulen oder einzelnen Lehrerinnen und Lehrern, deren Zahl (wie schon in 2008) in diesem Jahr kontinuierlich gestiegen ist, konnten schneller, das heißt je nach Dringlichkeit unmittelbar oder mit einer Planungszeit von längstens zwei Wochen, von den Fachkräften des Schulpsychologischen Dienstes aufgegriffen werden. Soziale Konflikte in Klassen (wie beispielsweise Mobbing), Umgang mit schwierigen Schülern, Störungen des Unterrichts, Leistungs- und Schulverweigerung, aber auch mangelnde Kooperation oder Konflikte mit Eltern waren für Schulleitungen oder Lehrerinnen und Lehrer die Anlässe, eine zeitnahe Beratung und Unterstützung durch Schulpsychologen vor Ort zu erbitten.
Eine besondere Herausforderung für die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen stellten in diesem Jahr die zahlreichen Kriseneinsätze bei konkreten oder anonymen Bedrohungen in Schulen oder erheblichen psychischen Auffälligkeiten einzelner Kinder oder Jugendlicher dar. Nach dem versuchten Amoklauf einer Schülerin im Albert-Einstein-Gymnasium in St. Augustin betreuten die hiesigen in Krisenintervention fortgebildeten Schulpsychologen, unterstützt durch auswärtige Kolleginnen und Kollegen, zwei Wochen vor Ort ganztägig betroffene Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte. In Einzelfällen waren Beratungen oder Interventionen noch über die Sommerferien hinaus erforderlich.
Das Gewaltereignis in Sankt Augustin (11.05.2009) und zuvor schon der Amoklauf in Winnenden (11.03.2009) verstärkten auch in den hiesigen Schulen die Beschäftigung mit Fragen der schulischen Sicherheit, Gewaltprävention und Krisenintervention und den Bedarf nach Fortbildungen zu diesen Themen. In zahlreichen Fachtagungen, Schulleiterkonferenzen oder Arbeitskreisen konnten die beiden speziell geschulten Notfallpsychologen des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-Sieg-Kreises in Kooperation mit dem Schulamt, mit Schulträgern, der Polizei und anderen Partnern an der Entwicklung von Krisenkompetenz und dem Aufbau von Krisenteams in Schulen mitwirken.
„Der weitere Ausbau der präventiven Angebote, vor allem von Präsenz- oder Sprechtage an Schulen, mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften eine frühe, unmittelbare und niederschwellige Unterstützung zu ermöglichen, wird auch im nächsten Jahr unser besonderes Anliegen sein“, so die Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes, Maria Buchholz-Engels.
Teil XI: Rhein-Sieg-Kreis leistet Beitrag für eine saubere Umwelt
Rhein-Sieg-Kreis (kl) – Die Abteilung Gebäudewirtschaft des Rhein-Sieg-Kreises hat im vergangenen Jahr verstärkt auf die Einsparung von Energie sowie die Nutzung von erneuerbaren Energien in den kreiseigenen Gebäuden gesetzt. So hat der Rhein-Sieg-Kreis im vergangenen Jahr auf drei weiteren kreiseigenen Schulen Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen. Die nun insgesamt vier Anlagen des Rhein-Sieg-Kreises sind auf den Dächern der Berufskollegs in Hennef und Siegburg-Zange sowie auf den der Förderschulen für Geistige Entwicklung in Sankt Augustin und Alfter installiert. Alle Anlagen zusammen erbringen eine Leistung von 144,91 Kilowattpeak(1).
„Jeder Einzelne kann dazu beitragen, unsere Umwelt zu schonen und zu erhalten. Deshalb müssen wir im „Kleinen“ – zu Hause, in der Schule, in unserer Kommune – dafür sorgen, dass Treibhausgase eingespart, Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel ergriffen und die Menschen angesprochen und motiviert werden, selbst etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen“, sagte der für den Bereich Gebäudewirtschaft zuständige Dezernent Kreiskämmerer Karl-Hans Ganseuer.
Im Bewusstsein dieser Verantwortung hatte der Rhein-Sieg-Kreis mit seinen zuständigen Ausschüssen bereits 2007 beschlossen, eine Solaranlage auf dem Flachdach seines Berufskollegs in Hennef zu installieren. In einer Bauzeit von nur drei Wochen wurden hier 130 Solarmodule mit einer Gesamtfläche von etwa 250 Quadratmetern montiert. Am 21. Dezember 2007 ging die Anlage „ans Netz“. Mit einer Gesamtleistung von 28,7 Kilowattpeak hat die Anlage in bereits in 2008 und 2009 jeweils mehr als 26.000 Kilowatt sauberen und klimaneutralen Solarstrom erzeugt. Der CO²-Ausstoß verringerte sich dadurch um ca. 18.000 Kilogramm pro Jahr. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte in diese Photovoltaik-Anlage 160.000 Euro investiert.
Aufgrund von Anträgen der Kreistagsfraktionen der CDU und von Bündnis 90/DIE GRÜNEN wurden zur Förderung des Klimaschutzes und der CO²-Reduzierung zusätzliche Finanzmittel für die Errichtung weiterer Photovoltaik-Anlagen bereitgestellt. Die Investitionskosten für die vier in 2009 in Betrieb genommenen Anlagen belaufen sich auf rund 650.000 Euro.
Weitere energetische Maßnahmen setzt der Kreis im Rahmen des Konjunkturpakets II um. Am 27. April 2009 hatten die Mitglieder des Kreisausschusses eine Liste der Maßnahmen für Bildung und Infrastruktur beschlossen, die im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Förderprogramms umgesetzt werden sollen. Hierbei hatten sie den Schwerpunkt auf die energetische Sanierung der kreiseigenen Gebäude im Bereich Bildung und Infrastruktur gelegt. Die für den Bereich Bildung bereitgestellten Mittel betragen rund 5,6 Millionen Euro. Die Energieeinsparungsmaßnahmen an den Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Bonn-Duisdorf, in Siegburg, Hennef und Troisdorf sowie an den Förderschulen des Rhein-Sieg-Kreises in Königswinter und Windeck umfassen, unterschiedlich je nach Bedarf, energetische Sanierungen, wie beispielsweise Dachdämmung, Außenhautsanierung, Fenstersanierung, Kellerdämmung, Turnhallendämmung, die Erneuerung einer Heizungsanlage unter Einbezug regenerativer Energien sowie eine Beleuchtungssanierung. Im Investitionsschwerpunkt Infrastruktur fließen rund 4,8 Millionen Euro aus dem sog. Konjunkturpaket II in die Sanierung des Kreishauses. Vorgesehen sind die Sanierung der Lüftungsanlagen, die Erneuerung der Heizungsanlage und der Bau eines Blockheizkraftwerkes unter Einbezug regenerativer Energien sowie eine Sanierung und Dämmung der Flachdächer
Insgesamt erhält der Rhein-Sieg-Kreis aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II rund 10,4 Millionen Euro. (RSK)
(1) Die Größe einer Photovoltaik-Anlage wird in Kilowatt-Peak/KWp angegeben; Peakleistung = Spitzenleistung
Letzte Änderung: 07. Januar 2010 - © 2010 Gemeinde Wachtberg