Emma: Keine Zeit

Lokales - Mitteilung aus der Gemeinde Es ist ja ganz alleine ihre eigene Schuld, dass Emma so wenig Zeit für sich und ihre eigenen Weihnachtsvorbereitungen hat. Sie ist einfach zu hilfsbereit und gutmütig.

„Ja, natürlich kannst Du zu mir kommen; ich zeige Dir gerne, wie man den großen Weihnachtsstern bastelt“ „Ja, ich fahre heute zum Einkaufszentrum nach Berkum und bringe Dir die Backzutaten mit!“ „Nein, Du brauchst nicht extra nach Godesberg zu fahren; die bestellten Bücher hole ich auf dem Weg ab!“ „Selbstverständlich komme ich gerne und probiere Deine selbstgebackenen Plätzchen nach dem neuen Rezept!“
Emma bewundert alle mit neiderfülltem Blick, die jetzt so kurz vor Weihnachten Zeit und alle Geschenke schon eingepackt haben. Und sie hat zum Teil mit dazu beigetragen. „Sechs Mal werden wir noch wach, heißa dann ist Weihnachtstag“, hört sie ihre Enkel jubeln. Aber sie steht da mit hochrotem Kopf, leeren Gedanken und Händen, aber mit heißen und kalten Schauern, die ihr abwechselnd den Rücken rauf und runter laufen. Einige Geschenke hat sie natürlich schon; aber es fehlen immer noch viele. Sie rast von einem Geschäft zum anderen und muss oft hören: „Das haben wir leider nicht mehr vorrätig! Das bekommen wir erst wieder im neuen Jahr!“
Am Boden zerstört und völlig nervös fährt sie nach Hause. Wieder ist Kreativität gefragt. Basteln und Nähen sind angesagt! Doch den letzten Kleber hat sie gerade mit den Enkeln verbraucht. Schnell ans Telefon und die Nachbarin darum bitten. „Ach, Du bastelst gerade. Könntest Du mir noch mal schnell zeigen, wie ich einen Engel machen kann. Ich bin in ein paar Minuten bei Dir und bringe den Kleber mit!“ Tüt, tüt, tüt....

Ach, wenn Emma doch nur zaubern könnte! Ob heutzutage in der Weihnachtszeit noch Wunder geschehen können? „Gewiss!“ denkt Emma, „man muss nur daran glauben; dann gelingt alles!“ (C.v.D.)