Neue Informationstafel an der Krönungsstraße

Eifelverein: Sichtlich stolz wird die neue Informationstafel zur historischen Krönungs-straße von den Beteiligten präsentiert. (Foto: GW) Wachtberg - Der Wachtberger Eifelverein hält die Erinnerung an eine historische Straße wach: Unweit der ehemaligen Fritzdorfer Windmühle verlief bis Anfang des 19. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Verkehrswege in Mitteleuropa - die Rede ist von der sogenannten „Aachen-Frankfurter-Heerstraße“, kurz AFH genannt.

 

Diese bis Sinzig parallel zum Rhein und dann in nordwestlicher Richtung führende Straße stellte nicht nur, worauf ihr Name hindeutet, eine Verbindung zwischen Aachen und Frankfurt am Main her, sondern darüber hinaus nach Westen bis Flandern und nach Süden bis Ober-Italien.

Sie war in erster Linie Handelsstraße, aber auch Heer-, Pilger- und Post-straße. Rund tausend Jahre hat sie diese Funktion erfüllt. Eine besondere Bedeutung hatte die Straße, als ab 936 (Otto I.) Aachen für rund 600 Jahre Krönungsstadt der deutschen Könige war. Die in Frankfurt gewählten Könige reisten auf dieser Straße zur Krönung nach Aachen – daher auch die Bezeichnung „Krönungsstraße“. So fuhr Friedrich Barbarossa auf seiner Krönungsreise im Jahre 1152 zunächst mit dem Schiff bis Sinzig, um anschließend die Reise zu Land fortzusetzen. Die Strecke von Sinzig nach Aachen betrug rund 100 Kilometer  und war von Herbergen und Hospitälern sowie Klöstern, Kapellen und Wegekreuzen, die zum Teil noch vorhanden sind, gesäumt. Kontrolliert und gesichert wurde die Straße von in Sichtweite gelegenen Burgen wie Landskron bei Gimmigen, Münchhausen bei Wachtberg-Adendorf und Tomburg bei Rheinbach.
Allerdings ist die alte Straßenführung heute nur noch auf wenigen Abschnitten in der Landschaft zu erkennen. Insbesondere Maßnahmen der Flurbereinigung im 20. Jahrhundert haben die Spuren weitgehend verwischt. Dies hat den Wachtberger Eifelverein auf den Plan gerufen, durch eine Informationstafel an der Fritzdorfer Mühle die Erinnerung an diese Straße wach zu halten.

Eifelverein: Die Informationstafel an ihrem neuen Platz vor der Fritzdorfer Windmühle. (Foto: Privat)
 

Die von Andreas Schmickler aus Kirchdaun in Zusammenarbeit mit Ottmar Prothmann entwickelte Tafel beschreibt unter der Bezeichnung „Die Krönungsstraße – Pilger-, Handels- und Heerstraße von Frankfurt am Main nach Aachen“ die Geschichte dieses historischen Verkehrsweges. Anhand von Karten und Luftbildaufnahmen wird der ursprüngliche Verlauf der Straße nachgezeichnet.


Ergänzt werden diese Informationen durch Hinweise auf besondere Ereignisse in unmittelbarer Nachbarschaft der Straße, insbesondere den Fund des Fritzdorfer Goldbechers und den Betrieb der Windmühle.

Die Initiative des Wachtberger Eifelvereins wurde von der Raiffeisenbank Grafschaft/Wachtberg und der Volksbank Wachtberg finanziell unterstützt. Das Holzgestell für die Tafel hat die Schreinerei Peter Schmitz in Fritzdorf kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Aufstellung der Tafel wurde vom Baubetriebshof der Gemeinde Wachtberg übernommen.

Eifelverein: Mitglieder des Eifelvereins. (Foto: GW)

 

Die Infotafel „Die Krönungsstraße“ wurde am 18. Oktober 2009 auf dem Gelände der Fritzdorfer Mühle vom Vorsitzenden des Wachtberger Eifelvereins, Ernst Picard, in Anwesenheit des Ehrenbürgermeisters der Gemeinde Wachtberg, Peter Schmitz, der stellvertretenden Bürgermeisterin Ursula Perkams, dem Vorsitzenden der Ortsvertretung Fritzdorf, Karl-Heinz Häger und dem Vorsitzenden des Ortsfestausschusses Fritzdorf und Arzdorf, Karl-Josef Wachendorf, feierlich enthüllt.


Seitens des Eifelvereins nahmen an der Veranstaltung der Hauptkulturwart, Bernhard Wimmer, die Vorsitzenden der Ortsgruppen Grafschaft und Rheinbach, Harald Knieps und Heinz Kessel, sowie die Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Wachtberg, Jürgen Bohm und Albrecht Jung, teil.

Eifelverein: Von der Fritzdorfer Mühle haben Wanderer einen schönen Weitblick. (Foto: GW)Ernst Picard unterstrich dabei, dass die ehemalige Aachen-Frankfurter-Heerstraße und die mit ihr verbundene tausendjährige Geschichte ohne Zweifel kulturhistorische Bedeutung für die gesamte Region habe. Der Wachtberger Eifelverein wolle mit der neuen Informationstafel einen Beitrag leisten, die Erinnerung an diese bedeutende alte Straße wach zu halten. Diesem Ziel diene auch der kürzlich von den Eifelvereins-Ortsgruppen Grafschaft, Rheinbach und Wachtberg zwischen Sinzig und Rheinbach eingerichtete Gebietswanderweg „Aachen-Frankfurter-Heerstraße - AFH“, dessen Verlauf der Wanderer bereits in der aktuellen Wanderkarte Nr. 38 des Eifelvereins „Drachenfelser Ländchen und Siebengebirge“ findet.

Im Anschluss an die Enthüllung der Infotafel nahmen etliche Wanderer an einer von der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e.V. veranstalteten und von Andreas Schmickler geführten Wanderung auf dem neuen Wanderweg AFH nach Bad Bodendorf teil. (Eifelverein Wachtberg)