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Himmelspost aus Wachtberg fliegt bis nach Fehrbellin
Wachtberg - Alyssa Schmidt aus der dritten Klasse der Niederbachemer Grundschule wusste bisher nicht, wo Fehrbellin liegt. Musste sie auch nicht. Inzwischen allerdings hat sich die Schülerin den kleinen Punkt auf der Landkarte nordwestlich von Berlin mal genauer angeguckt. Alyssas Ballon ist nämlich derjenige, der die weiteste Strecke beim Luftballonwettbewerb der Wachtberger Grundschulen zurückgelegt hat.

Wachtberg und Fehrbellin sind immerhin 633 Kilometer voneinander entfernt. Die Reise in die hübsche Flächengemeinde mit knapp 9000 Einwohnern lohnt sich; nicht nur, weil der Große Kurfürst dort vor mehr als 300 Jahren die Schweden in einer bedeutenden Schlacht geschlagen hat.

Auch René Löllgen, Viertklässler der Grundschule in Berkum, weiß jetzt ein bisschen mehr über das Land Brandenburg und freut sich über den zweiten Platz seines Ballons (615 Kilometer bis Sommerfeld).
Die drei dritten Plätze gehen an die Grundschulen in Adendorf (Johanna Schmitz aus der vierten Klasse, 553 Kilometer Milower Land), in Villip (Maike Schwoerer, Klasse 3/4, 487 Kilometer Rogätz) und in Pech (Anna Labonte, Klasse 1/2, 553 Kilometer Milower Land).



Zur Erinnerung:
Am 4.September dieses Jahres waren alle Wachtberger Grundschüler anlässlich des 40. Geburtstags ihrer Gemeinde sternförmig zum Berkumer Schulzentrum gewandert. Dort ließen die Kinder mehr als 800 blaue Ballons mit dem Gemeindewappen und selbst gestalteten Karten gen Himmel schweben.
Und der südwestliche Wind meinte es gut mit der Wachtberger Luftpost. Eine unglaubliche Thermik wehte eine Vielzahl der Ballons in Richtung Hessen, Sachsen-Anhalt und sogar bis nach Brandenburg.
Die himmlische Post kam offensichtlich bei den Findern gut an. Mehr als 120 Karten sind ins Berkumer Rathaus zurückgeschickt worden. Auf vielen Karten steht ein liebevoller Gruß einschließlich manchmal kurioser Fundorte: „Bahn 6 auf dem Golfplatz, im Zwetschgenbaum, auf dem Flugfeld der Flugschule, Ethnologisches Institut der Uni Göttingen“. Andere Luftballons hatten es dagegen gerade mal so über den Rhein geschafft. Deshalb gab es aber nicht minder liebenswürdige Post, u. a. vom Altersheim im Kloster Heisterbach bei Königswinter.
Inzwischen hat das „Luftballon-Team“ im Rathaus, das sich im 20. Jahr der deutschen Einheit über den regen Postverkehr zwischen Ost und West gefreut hat, allen Findern einen Gruß aus Wachtberg geschickt und sich für die freundlichen Rückmeldungen bedankt.
Für die fünf Wachtberger Grundschulklassen, aus denen die Gewinner des Luftballon-Wettbewerbs kommen, gibt es nach den Herbstferien eine Überraschung. Die Schüler sind eingeladen, im Adendorfer „Drehwerk“ eine Aufführung des Films „Wickie und die starken Männer“ anzuschauen. Alyssa und ihre Klasse dürfen als Gewinner des ersten Preises anschließend noch ein Eis essen. (GW)
Letzte Änderung: 8. Oktober 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg