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Emma: Seltene Schönheit
Vor kurzem spazierte Emma mit ihren drei Enkeln durch den Kottenforst. Sie erfreuten sich am schönen Wetter, an der sommerlichen Natur und sangen fröhlich vor sich hin, denn niemand schien in ihrer Nähe zu sein. Plötzlich hielten alle inne, erschraken fast, denn vor ihnen auf dem Weg schlängelte sich etwas.
Auch Emma blieb wie angewurzelt stehen. Schlangen gehören nun wirklich nicht zu ihren Lieblingstieren. Schrittchen für Schrittchen gingen die Enkel tapfer näher. „Oma, eine Schlange!“ Dann erkannte Emma die Blindschleiche und erklärte schulmeisterlich, dass dies eine Blindschleiche und keine Schlange sei. Nah verwandt mit unseren Eidechsen lege sie keine Eier sondern bringe lebende Junge zur Welt.
Die Enkelkinder interessierte das wenig. Sie hörten gar nicht zu, sondern schlichen immer näher an die seltene Schönheit, bis sie die Muster auf ihrem Rücken genau erkennen konnten; sie waren fasziniert, fast hypnotisiert! Sie bückten sich zu ihr hinunter, um sie noch besser sehen zu können. Das Tier züngelte und schlich langsam ins Dickicht. Alle sahen noch lange gefesselt auf die Stelle, wo die Schleiche verschwand. Nur noch ein Rascheln zwischen den Blättern blieb.
Dann schauten die Enkel Emma stumm an, halb erleichtert, halb traurig. In ihren Augen blitzte Stolz und Verwunderung über dieses seltene Erlebnis. Doch dann platzten alle Drei gleichzeitig mit Fragen heraus. Und Emma erzählte ihnen auf dem Nachhauseweg soviel über Schlangen und Echsen wie ihr einfiel und auch alle Schlangenbegegnungen, die Emma je erlebt hatte. „Die war aber schön!“ darin waren sich alle einig.
Wenige Tage später kam ein Nachbarskind mit einer kleinen, jungen, leider toten Schleiche in der Hand, die völlig unverletzt aussah. Woran mag sie wohl gestorben sein? Und Emma fragt weiter: „Wo sieht man denn heute überhaupt noch eine Blindschleiche?“ In unserem grünen Wachtberg eben! (C.v.D.)
Letzte Änderung: 30. September 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg