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Weißt Du noch? Der Dächelsberg – vom Steinbruch zum Naturschutzgebiet

40 Jahre Wachtberg - Weißt Du noch? Fast wie eine Filmkulisse – das alte Brecherwerk (rechts im Bild) am Dächelsberg kurz vor dem Abriss 1982. (Foto: Hans-Peter Waasem) Weißt Du noch? Am 1. August 2009 feierte die Gemeinde Wachtberg ihren 40. Geburtstag. Viel ist passiert in den zurückliegenden vier Jahrzehnten und hieran soll im Jubiläumsjahr unter anderem die kleine Serie „Weißt Du noch?“ erinnern. Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch die letzten vierzig Jahre und greifen interessante Begebenheiten und besondere Ereignisse in unserer Gemeinde seit dem 1. August 1969 auf. Weißt Du noch?

Der Dächelsberg – vom Steinbruch zum Naturschutzgebiet

40 Jahre Gemeinde Wachtberg

Vor 30 Jahren noch gehörte der Klotz des Brecherwerks am Dächelsberg zwischen Ober- und Niederbachem zum kantigen Panorama des damaligen Steinbruchs. Bis Mitte der 1960er Jahre wurde dort – wie sich manch älterer Wachtberger noch heute erinnert – unter teilweise ohrenbetäubendem Lärm Basalt für den Straßenbau gebrochen.
Vielen ist auch noch der durchdringende Ton des Signalhorns im Ohr, der vor der nächsten Sprengung warnte. Und mit leichtem Schauder konnte man als Fahrgast des damaligen Postbusses aus sicherer Entfernung beobachten, wie sich Gefangene des Rheinbacher Zuchthauses am Dächelsberg unter Aufsicht von bewaffneten Wärtern als billige Arbeitskräfte am Basalt abmühten.

Mit dem Ende der kommerziellen Nutzung, die im 19. Jahrhundert begonnen hatte, lief der Steinbruch dann voll Wasser. Zwar war es den Kindern aus den benachbarten Orten unter Androhung schlimmster Sanktionen von ihren Eltern verboten worden, am Dächelsberg zu schwimmen, aber noch heute erzählen etliche Nieder- und Oberbachemer mit einem amüsierten Lächeln von den heimlichen Wasserfreuden im Steinbruch. Dass das Baden in solchen Gewässern nicht ungefährlich ist, zeigen nicht nur regelmäßig die tödlichen Unfälle am Dornheckensee im Siebengebirge. Auch am Dächelsberg starb vor Jahren ein junger Mann.

Heute darf das abgesperrte Gelände des ehemaligen Steinbruchs nur noch zu Pflegemaßnahmen betreten werden. Im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises wird es als Naturschutzgebiet seit 1991 vom Naturschutzbund Deutschland, Kreisgruppe Bonn, betreut. Längst ist das Gebiet zu einem kleinen Paradies für Licht und Wärme liebende Tiere sowie für entsprechende Pflanzen geworden. Gefährdete Orchideen oder Zauneidechsen haben hier ein sicheres, geschütztes Zuhause gefunden.

Schon im Jahr 1981 hatte die Gemeinde Wachtberg das Gelände des Dächelsbergs gekauft, um es als exemplarisches Naturdenkmal zu erhalten Auf diesem Weg wurde das prägnante Industrierelikt am Dächelsberg, das aus dem Brecherwerk und dem Materialsilo bestand, am 20. November 1982 gesprengt. Zuvor hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Niederbachem die aufgesetzten Holzkonstruktionen im Auftrag der Gemeinde kontrolliert abgebrannt.

Heute gehört der Dächelsberg zum Naturschutzgebiet „Dächelsberg/ Ließemer Berg“.

40 Jahre Wachtberg - Weißt Du noch? Beweidung am Rodderberghang in den 70er Jahren. (Foto: K. Hilberath)Daneben gibt es drei weitere Naturschutzgebiete (NSG) in Wachtberg: NSG „Rodderberg“, der Kottenforst bei Villiprott und Pech sowie die Kaolingrube bei Oedingen.

Für die Bewahrung dieser Areale und ihres von Menschenhand geformten Zustandes ist die Untere Landschaftsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises verantwortlich. Die Gemeinde Wachtberg und eine ganze Reihe engagierter, freiwilliger Helfer leisten Unterstützung. Dabei haben sie immer die schwierige Balance im Blick, soviel wie nötig in die Natur einzugreifen und sie zugleich so wenig wie möglich zu stören. (GW)