Gemeinde Wachtberg

Europa spielend erlernt

Trinationales Jugendcamp in Wachtberg: Französische, italienische und deutsche Jugendliche hatten viel Spaß miteinander. (Foto: W. Ley) Wachtberg - Es ist Sonntag – auf dem Rasengelände hinter dem Berkumer Schulzentrum ist durch den tatkräftigen Einsatz der freiwilligen Feuerwehr eine Zeltstadt mit fünf großen Zelten sowie einem Kochzelt mit drei Gaskochstellen entstanden.

Dort finden sich bald zwölf deutsche Jugendliche zwischen zwölf und vierzehn Jahren sowie ihre Betreuer Alexandra Ley und Cornelius Buschbeck (logistisch unterstützt von Sebastian Engels) ein. Unter der Anleitung von Frau Rusnak bereiten sie die kulinarische Begrüßung der Gäste aus den Partnergemeinden La Villedieu du Clain (Frankreich) und Bernareggio (Italien) vor.

Schließlich ist es soweit. Die weitgereisten Busse halten vor dem Schulzentrum und Karawanen von mit Schlafsack, Isomatte und Rucksack oder Koffer beladenen Jugendlichen bewegen sich langsam auf den Zeltplatz zu. Am Eingang des Zeltplatzes schwenken die deutschen Jugendlichen die Fahnen der drei teilnehmenden Nationen und heißen ihre Gäste in drei Sprachen willkommen.

Trinationales Jugendcamp in Wachtberg: Beim Kanufahren wurde das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. (Foto: W. Ley)Nach der Aufteilung in die Zelte, getrennt nach Jungen und Mädchen, doch gemischt nach Nationen, beginnt die Kennenlernphase. Das vom Vorjahr bewährte Betreuerteam (Italien: Gerardo Giacomazzi, Valeria Galbiati; Frankreich: Francois Pain, Valentin Gibault) ist fast wieder vollständig vereint und auch unter den Kindern finden sich bekannte Gesichter. Doch auch viele Neue sind dabei und so stellen Namens- und Sprachspiele die ersten Verbindungen her.

In der folgenden Woche durchleben die Kinder mit ihren Betreuern dank der organisatorischen Unterstützung von Winfried Ley ein buntes Programm, in dem abwechselnd Sport, Geschicklichkeit, Wissen, Mut und gegenseitiges Vertrauen gefragt sind. Es geht in den Kletterwald nach Viersen, im Kanu die Lahn hinunter von Weilburg nach Aumenau, zu Fuß auf einer Rallye durch Wachtberg und über Stock und Stein durch die wunderschöne Landschaft rund um Altenahr. Einen Tag lang können die Kinder außerdem ihrer Kreativität beim Jonglieren, im Rockmobil, beim Tanzen sowie beim Löten und Gestalten von Gipsmasken freien Lauf lassen.Trinationales Jugendcamp: Jugenlicher im Kletterwald. (Foto: Winfried Ley)

Drei Abende sind jeweils einer der drei Nationen gewidmet. Hier kocht jeweils eine Nation für die übrigen Teilnehmer etwas Landestypisches und fordert anschließend mit Gesang und Theater zum gemeinsamen Spiel auf. Am Abend des Kreativtages - dem vorletzten Tag des Camps - führen trinationale Gruppen ihre während des Tages erlernten Tänze zu selbst gewählter Musik vor. Das Licht flackert, Farben wechseln, die Bühne bebt und die Zuschauer johlen. Schließlich endet der Abend in einem ausgelassenen, spontanen, gemeinsamen Tanzspektakel, an dem ausnahmslos alle Jugendlichen und Betreuer teilnehmen. Das Ziel des Camps ist erreicht – Europa spielend erlernen!!

Dementsprechend schwer fällt allen am Sonntag der Abschied. Viele Tränen werden vergossen, bevor die Busse schließlich unter Hupen und Gewinke abfahren. Doch es wird im nächsten Jahr ein neues Camp geben, in dem alte Freundschaften vertieft und neue geschlossen werden können - dann hoffentlich, Turnus gemäß, in Bernareggio in Italien. (A. Ley)