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Emma: Blink-Muffel
Sicher ist das, was Emma beobachtet hat, nicht Wachtberg-typisch. Doch da Emma hier wohnt, fällt ihr seit sehr langer Zeit hier dieses besondere Phänomen auf. Fast wie bei der neuen (Schweine-) Grippe ist die Verbreitung enorm. Es geht um die Blinkunlust; ob sie epidemisch ist, kann Emma nicht so recht beurteilen.
Zumindest ist sie bei Autofahrern sehr stark verbreitet (bei Autofahrerinnen weniger)! Sind Männer unkonzentrierter oder einfach lässiger im Umgang mit dem Blinker? Lassen sie sich schneller ablenken?
Diesen Fragen ist Emma nachgegangen und sie dabei in folgende Typen eingeteilt:
Der Falschblinker im Kreisverkehr. Mehr braucht Emma dazu wohl nicht zu schreiben; jeder Leser dieser Zeilen wird doch inzwischen wissen, wann er im Kreisverkehr zu blinken hat!
Der Ungeübte muss so sehr auf Schilder und Verkehrszeichen achten, seine Füße kontrollieren, mit den Händen steuern und vielleicht noch den Scheibenwischer betätigen, dass er es nicht mehr schafft den Blinker zu bewegen.
Der Nervöse hält in einer Hand eine Zigarette, deren Asche er ständig abstreift. Er versucht zu blinken, findet aber nur Lichtschalter oder Scheibenwischer; dabei verbrennt er sich die Finger an der Zigarettenglut. Hat er den Blinker endlich gefunden, ist er bereits abgebogen.
Der Lässige legt die linke Hand auf den Fensterrahmen; mit der rechten Hand hält er das Steuer. Da er nur zwei Hände hat, ist es für ihn unmöglich, auch noch zu blinken.
Der Faule sieht vor sich auf der Straße kein Fahrzeug; der Blick in den Rückspiegel zeigt auch keins. Da es ja sowieso keiner sieht, wozu sollte er dann beim Abbiegen blinken?
Der Gewohnheitsmensch fährt tagtäglich die gleiche Strecke. Wo sonst sollte er denn herfahren? Für ihn gibt es ja nur diesen einen Weg! So wird das Blinken überflüssig! Er biegt doch jeden Tag hier ab!
Der Unterhaltsame schaut mehr zu seinem Gesprächspartner als auf die Straße oder gar in den Rückspiegel. Jeder weitere Handgriff, jede unnötige Bewegung würden nur seine anregende Unterhaltung stören! Die Hände braucht er doch zum Reden!
Der Telefonierer macht sich schon durch die Benutzung des Handys strafbar. Einen Blinker kann er natürlich nicht setzen; die freie Hand braucht er doch zum Lenken oder Schalten. Trotz der Freisprechanlagen ist die Zahl der Handy-Benutzer am Steuer noch viel zu groß, hat Emma beobachtet.
Der Manager ist das „Highlight“ und die Summe aller Blink-Muffel, findet sie und fragt: „Haben Sie das Plakat in Erinnerung, auf dem ein Mann am Steuer eine Zigarette raucht, eine Cola-Dose in der einen Hand, ein Handy in der anderen hält?“ Unter diesem Bild steht die Frage: „Und wer fährt?“
„Gehören Sie auch zu den Blink-Muffeln oder blinken sie immer?“ fragt Emma. (C.v.D.)
Letzte Änderung: 26. Juni 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg