Emma: Skatturnier

Lokales - Mitteilung aus der Gemeinde „Skatturnier für Jung und Alt in Niederbachem“, las Emma gerade in „Wir Wachtberger“. Wie lange ist es her, dass Emma das letzte Mal Skat gespielt hat!

Sie kann sich nicht mehr genau daran erinnern, weiß aber noch sehr gut, mit welcher Begeisterung und Konzentration die Spieler auf ihre Karten starrten.

So ist es jetzt auch: Die Hände eines Spielers leiden an nervösen Zuckungen; sie wissen nicht, was sie zuerst tun sollen: den Schweiß von der Stirn wischen, das Glas zum Mund führen oder vielleicht seinen „Grand mit Dreien aus der Hand“ auf den Tisch hauen. Der Spieler entschließt sich für das Letztere. Verdrießlich schauen ihn die anderen an. Einer meint: „Heute haben die Karten Beine oder der Tisch steht schief!“ Dabei macht er eine Handbewegung, als wolle er gleich auf die nächsten Karten verzichten. Doch die Neugier lässt ihn weiter spielen. „Verflucht, schon wieder nur Luschen“, denkt er lautlos bei sich. Die Konzentration im Saal steigt ins Unermessliche. Wenn jemand draußen um Hilfe schreien würde, niemand der Spieler würde es jetzt hören. Der Mann mit der Handbewegung hat immer noch kein Glück. Wieder werden Karten ausgeteilt. Für Minuten herrscht Mäuschenstille. Dann klatschen Karten auf den Tisch. Ausdruckslos sind die Mienen – Pokerface. Doch im nächsten Augenblick schreit alles durcheinander. Der Mann, der so oft verlor, strahlt übers ganze Gesicht. Er hat einen „Pik ohne Fünf“ durchgezogen und nun mit „61 Augen“ gewonnen. Endlich war ihm die Skatgöttin hold!

Für einen Laien klingt das Wortdurcheinander beim Skatspiel allerdings sehr verwirrend, manchmal sogar aggressiv. Ausdrücke wie „Revolution, Nullewehr (Null ouvert), Schieberramsch, Bockrunde oder Schwarz und Bierlachs spielen“ sind Umgangssprache beim Skatturnier. Emma weiß nicht mehr, wann jemand „in der Mitte sitzt“ oder „hinten rauskommt“ oder warum er „Jungfer“ gespielt wird. Emma hat das inzwischen alles vergessen und keine Ahnung mehr. Nur eines weiß und kann sie noch, nämlich „Kontra“ geben. (C.v.D.)