Städtepartnerschaft ist so lebendig wie vor 30 Jahren

Partnerschaft: Stefan Hahn (re.), Vorsitzender des Wachtberger Partnerschaftsvereins, überreicht dem Präsidenten des Comitée du Jumelage La Villedieu, Joseph Delhommois, ein Gastgeschenk. (Foto: W. Ley) Wachtberg/ La Villedieu - Zum 30. Geburtstag der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Wachtberg und den Kommunen des französischen Canton La Villedieu Du Clain hatten am 1. Mai Wochenende die französischen Freunde aus dem Poitou eingeladen. Die Feierlichkeiten wurden zu einer Demonstration der Lebendigkeit der Partnerschaft.

Der Einladung folgten nahezu 50 Wachtberger und ebensoviel italienische Gäste aus der gemeinsamen Partnerstadt Bernareggio. Am Donnerstagabend wurden die Wachtberger Gäste, unter denen sich neben Wachtbergs früherem Bürgermeister Hans-Jürgen Döring auch der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und Beigeordnete Stefan Hahn befand, sehr herzlich von den französischen Freunden empfangen. Für Hahn war es die letzte Reise als Vorsitzender, da er sein Amt im Mai 2009 an einen Nachfolger übergibt. Weiter an Bord war Ursula Perkams als Stellvertreterin des nicht mitreisenden Bürgermeisters Theo Hüffel.



Ein sehr attraktives touristisches Programm führte die deutschen und italienischen Gäste sowie die französischen Gastgeberfamilien nach Rochefort und La Rochelle. Insbesondere die französische Hafenstadt präsentierte sich am Maifeiertag bei blauem Himmel von ihrer schönsten Seite.

Partnerschaft: Die drei Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine (v.l.n.r) Stefan Hahn (Wachtberg), Joseph Delhommois (La Villedieu du Clain) und Giuseppe Cavallaro (Bernareggio) beim Festakt zum 30-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Partnerschaft in La Villedieu. (Foto: W. Ley)Am Samstag wurde in einer sehr schön gestalteten Zeremonie das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft würdig gefeiert. Ursula Perkams betonte die Notwendigkeit der Pflege der Partnerschaft angesichts der wechselhaften Historie des deutsch-französischen Verhältnisses. Hahn legte mit einigen Zahlen dar, wie intensiv die beiden Kommunen miteinander Kontakte pflegen: In den vergangenen 30 Jahren gab es mehr als 15.000 Begegnungen von Bürgerinnen und Bürgen aus Wachtberg und dem Canton. Gemeinsam verbrachte man 60.000 Tage, dies entspräche 164 Jahren. Um sich zu begegnen legte man eine Distanz zurück, die mehr als die Hälfte des Weges zum Mond beträgt.
Die italienischen Freunde aus Bernareggio, die von Hahn als „gemeinsames Wunschkind“ der deutsch-französischen Ehe beschrieben wurde, überreichten Geschenke an die Jubilare.

Besonders geehrt wurden die früheren Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins und des Comité de jumelage auf französischer Seite. Beeindruckend: Zur Geburtstagsfeier erschienen aus Wachtberg alle frühere Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, angefangen vom Gründungsvorsitzenden Johannes Auen über Gabi Willert und Angela Thelen bis zu Rainer Crampen.

Im Anschluss feierte man fröhlich weiter bei einer typisch französischen Soiree. Die französischen Gastgeber bewiesen, dass sie nicht nur feiern, sondern auch perfekt organisieren können. Zahllose Helfer sorgten für das leibliche Wohl. Eine improvisiert aufgestellte Wachtberger Tanzgruppe demonstrierte mit einem Tanz, dass Städtepartnerschaft und Kontaktpflege eine ewige Baustelle ist. Zu den Klängen von „Bodo mit dem Bagger“ liefen die Wachtberger Tänzer zu Höchstform auf und schließlich tanzte der ganze Saal.

Bereits am Samstagmorgen hatten sich die französischen, italienischen und deutschen Vorstände zu einer Arbeitssitzung getroffen. Von Winfried und Alexandra Ley wurde das Konzept des Jugendlagers in Wachtberg in diesem Sommer vorgestellt. Die mitgereiste Rektorin der Adendorfer Grundschule Hedwig Tesch sowie ihre Berkumer Lehrerkollegin Katrin Lingnau besprachen mit ihren französischen und italienischen Kolleginnen den Schulaustausch in diesem Herbst und im Frühjahr 2010.

Erschöpft aber glücklich fuhren am folgenden Tag die Teilnehmer wieder nach Hause, nicht jedoch ohne bereits eine Einladung nach Wachtberg für das kommende Frühjahr ausgesprochen zu haben. Ein weiterer Höhepunkt war schließlich das Picknick unmittelbar unter dem Wahrzeichen von Paris, dem Eifelturm.

Die weiteren Aktivitäten der Partner in diesem Jahr sind das gemeinsame Jugendcamp in Wachtberg im Juli sowie der Schulaustausch der Grundschulen im August. Für das kommende Jahr wurden bereits die Termine für weitere drei gemeinsame Aktivitäten fixiert.

Am Ende bleibt festzuhalten: „Auslaufmodelle“, als die Städtepartnerschaften vor kurzem in einem Zeitungsartikel bezeichnet wurden, sehen anders aus. (Partnerschaftsverein, Stefan Hahn)