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Weißt Du noch? Vom Bauernhof zum beliebten Bürgertreff - der Köllenhof in Ließem und sein Besitzer Johannes Köllen

40 Jahre Wachtberg Logo Am 1. August 2009 feiert die Gemeinde Wachtberg ihren 40. Geburtstag. Viel ist passiert in den zurückliegenden vier Jahrzehnten und hieran soll im Jubiläumsjahr unter anderem die kleine Serie „Weißt Du noch?“ erinnern. Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch die letzten vierzig Jahre und greifen interessante Begebenheiten und besondere Ereignisse in unserer Gemeinde seit dem 1. August 1969 auf. Weißt Du noch?

Köllenhof: Johannes Köllen vor seiner Haustür – immer freundlich zu einem „Schwätzchen“ aufgelegt. ( Foto: Archiv Gemeinde Wachtberg)„Ah, do jeht et loss“, begrüßte Johannes Köllen in bestem Ließemer Platt den Beginn der Bauarbeiten an seinem ehemaligen Hof Anfang April 1988. Damals begann die Sanierung des geschlossenen vierflügeligen Anwesens in Wachtberg-Ließem, das zu diesem Zeitpunkt zu verfallen drohte. Die denkmalgeschützte, so genannte fränkische Hofanlage direkt an der Kreisstraße wurde in mehreren Bauabschnitten von der neuen Eigentümerin, der Gemeinde Wachtberg, sorgfältig instand gesetzt und ergänzt. Schon am 14. August 1988 konnte das historische Gemäuer nach Vollendung des ersten Bauabschnitts der Öffentlichkeit übergeben werden. Aus dem früheren Bauernhof, der bis in die 1970er Jahre noch von dem ehemaligen Ließemer Bürgermeister Johannes Köllen bewirtschaftet worden war, wurde ein bis heute sehr beliebtes und gut angenommenes Kultur- und Begegnungszentrum für alle Wachtberger. In den Räumen befindet sich auch eine kleine Gemeindebibliothek.

Heute präsentiert sich der Köllenhof als schmuckes Anwesen mit einer langen Geschichte. So ist er schon in der bekannten Tranchot-Müfflingschen Kartenaufnahme von 1808/09 eingezeichnet. Als ehemals kirchliches Eigentum war der Hof dann in Folge der Säkularisation „unter den Hammer“ gekommen. Der Landwirt Anton Köllen kaufte den Besitz, der damals noch „Kesselshof“ hieß, Anfang des 19. Jahrhunderts. Sein neues Zuhause nannte er folgerichtig dann nach seiner Familie „Köllenhof“.
Allerdings geht man davon aus, dass der frühere „Kesselshof“ schon vor dem Dreißigjährigen Krieg existierte.

Der beliebte Altbürgermeister Johannes Köllen (ein Urenkel des Anton Köllen) behielt ein lebenslanges Wohnrecht auf seinem Hof. Bis zu seinem Tod im Jahr 1999 sah man ihn häufig zum Fenster seines Hauses herausgelehnt, immer bereit zum „Klaaf“ mit vorbeigehenden Menschen. Er ist im Übrigen der einzige Wachtberger, nach dem ein ganzes Wohngebiet benannt worden ist. Ende der 1960er Jahre verkaufte die Familie Köllen neben dem Hof auch die nördlich gelegenen Felder und Obstgärten an den Landkreis Bonn (heute Rhein-Sieg-Kreis). Dort entstand dann vor allem in den Jahren zwischen 1972 und 1975 eine Neubausiedlung mit rund 270 Wohneinheiten, die im Volksmund bis heute nur der „Köllenhof“ heißt.

Wer übrigens im schönen Ambiente des Fachwerkhofs heiraten möchte, liegt im Trend. Im Jahr 2008 fanden von 113 Wachtberger Trauungen allein 50 im Köllenhof in Ließem statt. Über diese Nutzung seines Hofes würde sich das rheinische Original Johannes Köllen bestimmt freuen. Seinen Ließemern hätte er sicher vor jeder Trauung noch angeraten, „die Jaaß“ zu fegen – zumindest an den Samstagen. (GW)

Köllenhof: Jung und Alt trifft sich bei einer der beliebten Veranstaltungen. (Foto: Jörg Weyres)