Emma: Winterspeck

Lokales - Mitteilung aus der Gemeinde „Der Winterspeck muss weg!“ so flüstert´s überall, nicht nur in Wachtberg. Auch Emma kann ihre Ohren nicht vor diesem frühlingshaften, betörenden Säuseln verschließen. Gerade an den Tagen, wo sich die Sonne ab und zu verlockend zeigt, hört sie viele Leute – nicht nur weiblichen Geschlechts – seufzen und stöhnen: „Bald ist Sommer! Aber meine Figur!“

Bei diesem „Frühlingsrauschen“ erwacht auch Emma aus ihrem Winterschlaf und macht sich so ihre Gedanken. Sie muss wieder ins Fitness-Studio und im Berkumer Schwimmbad ihre Runden drehen. Aber am schönsten erscheint ihr der Waldlauf. Sie trifft zwar viele Bekannte beim gleichen Vorhaben, doch sie lässt sich auf kein Schwätzchen ein. Mit großem Eifer treibt es sie durch den Wald; trotzdem bleibt sie ab und zu stehen, um das zarte Grün zu beobachten, das zaghaft durch die Erde drückt. Von Mal zu Mal gibt es mehr zu entdecken.

Im Winter war man zu arm an Bewegung und Energie. Gähnend saß man am Schreibtisch und hätte sich am liebsten nach jeder Mahlzeit hingelegt. Kraftlos und alt fühlte sich Emma. Oder ist sie wirklich alt geworden? Ist es nur eine spezielle Winterfaulheit? Draußen ist es ja auch so feucht, kalt und düster!
Der menschliche Erfindungsgeist ist ständig damit beschäftigt, unser Leben noch bequemer zu gestalten, unseren Körper durch Aufzug- oder Autofahren und Fernsehen noch träger zu machen. Dadurch wird man doch nur dicker! Das kann nicht gut sein! Ein Teufelskreis: zu wenig Bewegung – dick; zu dick – keine Lust auf Bewegung! Da will Emma raus! Ist das denn jetzt nur „Winterspeck“ oder schon „Alljahresspeck“? Egal! Emma wartet nicht auf Antwort. Sie nimmt ihr Schicksal fest in die Hand und wird aktiv. Waldlauf, so oft es geht; Treppensteigen statt Aufzug; Obst und Gemüse essen. Die Belohnung bleibt nicht aus: anerkennende Blicke ihres Mannes. Sie selbst spürt auch, dass die Oberschenkel und der Bauch straffer werden; und sie fühlt sich insgesamt wieder fit und jung!
Wenn die Sonne scheint, pfeift sie beim Joggen, zumindest solange die Puste reicht. Aber auch nur diese frische Luft einzuatmen, die so angenehm und wohltuend nach Frühling duftet, betört die Seele und macht den Geist frei für all die schönen Dinge des Lebens. „Haben Sie das auch schon einmal gefühlt?“ fragt Emma. (C.v.D.)