Weißt Du noch? - Folge 3

40 Jahre Wachtberg Logo Am 1. August 2009 feiert die Gemeinde Wachtberg ihren 40. Geburtstag. Viel ist passiert in den zurückliegenden vier Jahrzehnten und hieran soll im Jubiläumsjahr unter anderem die kleine Serie „Weißt Du noch?“ erinnern. Monatlich begeben wir uns auf eine Zeitreise durch die letzten vierzig Jahre und greifen interessante Begebenheiten und besondere Ereignisse in unserer Gemeinde seit dem 1. August 1969 auf. Weißt Du noch?

Letzter Halt: Züllighoven

Weißt Du noch? - Letzter Halt Züllighoven, Die Pferde von Josef Schüller fanden den Weg nach Züllighoven alleine – schon lange bevor der erste Bus dorthin fuhr. (Foto: Sammlung Jörg Weyres)Der kleine Wachtberger Ortsteil Züllighoven lag immer schon etwas abseits der Hauptverkehrswege. Als Nachteil sehen das die Bewohner des Dörfchens bis heute sicher nicht, zumal die „Randlage“ eine gewisse Exklusivität, Ruhe und jede Menge schöner Landschaft mit sich bringt. Schon der Weg von Berkum nach Züllighoven bietet traumhafte Blicke über sanft geschwungene Felder und Wiesen vor der Kulisse des Siebengebirges.

Allerdings war Wachtbergs Panoramaroute Nr. 1 nicht immer so bequem zu passieren wie im Jahr 2009. Erst 1971 wurde der „Teilausbau [der] Gemeindeverbindungsstraße Berkum-Züllighoven“ – wie es in schönstem Amtsdeutsch hieß – in Auftrag gegeben. Und erst die Fertigstellung dieser Straße brachte für Züllighoven auch den endgültigen Anschluss an den Rest der Welt: als letzter der 13 Wachtberger Ortsteile wurde das 180-Seelendorf ab dem 1. März 1971 „an das Liniennetz des Postreisedienstes angeschlossen“.

Weißt Du noch? – Letzter Halt Züllighoven, der Ortsteil wird 1971 an den öffentlichen Busverkehr angeschlossen. (Foto: Archiv GW)Zur Feier des Tages organisierte die Wachtberger Gemeindeverwaltung damals eine gut besuchte Pressefahrt Richtung Züllighoven und zurück. Von nun an startete Fahrt Nr. 611 ab Berkum, Abzweig Werthhoven, um 6.30 Uhr in Richtung Züllighoven. Dort war mit dem Ausbau der Straße ein Wendeplatz für den Bus sowie eine Haltestelle entstanden. Einen weiteren Stopp legte der Bus auf dem Rückweg in Berkum an der Oberdorfstraße ein, um dann in Richtung Bad Godesberg zu fahren. Mittags und abends gab es die Möglichkeit, von Godesberg aus wieder per Bus nach Züllighoven zu kommen.

Bei diesem ein wenig spartanischen öffentlichen Nahverkehrsangebot ist es im Wesentlichen bis heute geblieben. Nur heißt die Buslinie inzwischen 857, und der Betreiber ist die RVK (Regionalverkehr Köln GmbH). Seit Jahren allerdings schon gibt es das Angebot des so genannten Anruf-Sammel-Taxis (AST) als „räumliche und zeitliche Ergänzung des Linienverkehrs“. Der AST-Verkehr verbindet auch die weit auseinander liegenden Wachtberger Ortsteile – eine wertvolle Mobilitätshilfe in einer Flächengemeinde wie Wachtberg. Ebenfalls gibt es Fahrten von und nach Bad Godesberg.

Und so hat die wunderbar abgelegene Lage Züllighovens „fast am Ende der Welt“ doch noch einen kleinen Schönheitsfehler, den man erst spürt, wenn man in dem inzwischen auf rund 300 Einwohner angewachsenen Dorf über kein eigenes Auto verfügt. Aber vielleicht wird unter anderem auch deshalb wohl das Wort Nachbarschaftshilfe in Züllighoven ganz groß geschrieben. (GW)