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Was heißt hier Regenwetter - 50 liefen mit bei der letzten Wachtberger Kulturwanderung
Wachtberg - Zum neunten Mal hatte der Verein Kunst und Kultur in Wachtberg e.V. zu einer Kulturwanderung durchs Ländchen eingeladen. Und mehr als fünfzig Kulturbeflissene waren dabei, als Vorsitzender Hans-Jürgen Döring zum letzten Mal interessante Künstlerpersönlichkeiten vorstellte, denn die Veranstaltungsserie soll nach fünf Jahren durch neue Ideen abgelöst werden.Man traf sich in Niederbachem, wo Angela Thelen und Ruth Steinlein die Arbeit des Niederbachemer Heimatvereins vorstellten und in der alten Schule ein beeindruckendes Archiv und eine Liste heimatkundlicher Publikationen präsentierten.

Hinauf ging es nach Gimmersdorf, der international tätige Maler Michael Franke erläuterte hier im alten Hüllenhof seine erstaunlichen, großformatigen Gemälde, während seine Frau in der riesigen Galerie Kaffee und Kuchen anbot. Frankes Werke waren bislang in Petersburg, Rom und anderen Metropolen zu sehen; man darf sicher darauf gespannt sein, wann sich die im Umbau befindliche alte Hofanlage nach dem derzeitigen Umbau als kulturelles Veranstaltungszentrum präsentiert.
Der Weg führte weiter nach Kürrighoven, wo Rudolf Hürth nicht nur seine eigenen in Bronze gegossenen Plastiken zeigte sondern einen ganzen Landschaftspark voller Skulpturen und Objekten, die er für Gartengestaltungen vermarktet.
Mittagspause schließlich im Dorfsaal in Oberbachem bei Gulaschsuppe und Rotwein, dann hinüber in die den Hl. Drei Königen gewidmete Oberbachemer Pfarrkirche. Die Kirchenmusikerin Cornelia Mainau gab für die Wanderer auf der großartigen, bald 300 Jahre alten Orgel ein wunderbares Konzert mit Werken von Schumann und Johann Sebastian Bach. Die Werke wurden von ihr fachkundig erläutert und die Zuhörer konnten Interessantes über die Wachtberger Kirchenmusik erfahren.
Durch eine regelrechte Regenwand hatte man sich danach hinaufzukämpfen nach Berkum über den Bauernweg, dessen landschaftliche Schönheit man nur hinter Regenschauern erahnen konnte. Im Schulzentrum stellte Gabriele Winkler die Theaterprojektarbeit der Grundschule vor, die der Schule schon seit Jahren ein besonderes Gepräge gibt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde.

In der benachbarten Hauptschule wurden die durchnässten Wanderer mit Kaffee und selbstgemachtem Kuchen aus dem Hauswirtschaftsbereich überrascht, bevor im Musikraum Ilse Hirschner ihren Musikunterricht vorstellte. Die gelernte Opernsängerin beeindruckte mit ihrer Schilderung eines Projekts, mit dem Acht- und Zehntklässler der Hauptschule eine im KZ Auschwitz von einem inhaftierten Musiker geschriebene Kinderoper aufführten und sich dabei mit der damit verbundenen deutschen Geschichte auseinandersetzten.
Schon in der Dämmerung lief man zügig hinunter über Gimmersdorf nach Ließem, wo im Köllenhof Peter Lex und seine Berkumer Dorfmusikanten einen schwungvollen musikalischen Schlusspunkt setzten. Bei Glühwein und Gebäck ließ Döring noch einmal die Themen der vergangenen neun Wanderungen Revue passieren, durch die rund 70 Ateliers, Probenräume, Theaterbühnen besucht worden waren, Lesungen und Konzerte gegeben wurden und viele interessante Persönlichkeiten sich vorstellen konnten. Das Ziel, die unglaubliche Vielfalt Wachtberger Kultur vorzustellen, war damit erreicht.
Der Abschluss war romantisch: Mit Pechfackeln ging’s durch die Dunkelheit über Cäcilienheidgen hinunter nach Niederbachem zum Ausgangspunkt, der nach mehr als neun Stunden und rund 15 gelaufenen Kilometern erreicht wurde. (HJD)
Letzte Änderung: 15. Dezember 2008 - © 2008 Gemeinde Wachtberg