Berufsrückkehrerinnen gezielt beraten

Rhein-Sieg-Kreis Rhein-Sieg-Kreis (mw) – Mit dem Ziel, das Potential von Berufsrückkehrerinnen für die regionale Wirtschaft zu erschließen, beteiligte sich der Rhein-Sieg-Kreis an der Pilotphase „Netzwerk W“ des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Durch das „Netzwerk W“ werden Aktivitäten regionaler Netzwerke finanziell gefördert, die den Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf beratend begleiten.

Bis Ende 2006 war die „Regionalstelle Frau & Beruf“ Ansprechpartnerin für die Berufsrückkehrerinnen in der Region; dieses Angebot wurde 2007 von der Landesregierung NRW eingestellt. Mit dem landesweiten „Netzwerk W“ soll diese Lücke wieder geschlossen werden.

Landrat Frithjof Kühn, die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises, Irmgard Schillo, und Anita Halft aus dem Referat Wirtschaftsförderung stellten jetzt die vom Rhein-Sieg-Kreis umgesetzten Aktionen im Rahmen der Pilotphase des Projektes vor.

Landrat Kühn wies dabei auf das hohe Potential für die Wirtschaft hin, dass die Berufsrückkehrerinnen mit ihrem Know how mitbringen. „Wir wollen daher mit der Teilnahme an dem Projekt diese Frauen unterstützen, Hemmschwellen abzubauen und ihnen kompetente Hilfe bieten auf dem Weg zurück in ihren Beruf.“ Dass Bedarf an qualifizierter Beratung besteht, verdeutlicht eine Zahl der Agentur für Arbeit: im Juni 2008 waren für den Rhein-Sieg-Kreis 523 Frauen als Berufsrückkehrerinnen gemeldet.

Anita Halft und Irmgard Schillo fanden in dem bereits auf lokaler Ebene bestehenden Netzwerk aus Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis, der Beauftragten für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit sowie einigen Volkshochschulen interessierte Partnerinnen, um das Beratungsangebot für Berufsrückkehrerinnen vor Ort neu zu etablieren.

Den Schwerpunkt im Rahmen des Projektes „Netzwerk W“ legten die beiden Verantwortlichen des Rhein-Sieg-Kreises auf die Qualitätssicherung von Standards bei der Beratung von Berufsrückkehrerinnen.

Dazu wurden in mehreren Workshops und Fachveranstaltungen in der Zeit von November 2007 bis Juni 2008 die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen sowie Fachkräfte der ARGE Rhein-Sieg geschult. Die Konzeption der Schulung wurde in der Handreichung „Potential der Berufsrückkehrerinnen erschließen – Standards / Inhalte zur Weiterbildung von Fachkräften, die Berufsrückkehrerinnen beraten“ anschließend zusammengefasst.

Für die konkrete Beratungsarbeit wurde der 23 Seiten umfassende „Leitfaden zur Beratung von Berufsrückkehrerinnen“ erarbeitet. Dieser soll den beratenden Fachkräften als praktische Arbeitshilfe dienen, wie eine Beratung vom Erstkontakt bis zum erfolgreichen Abschluss gestaltet werden kann. Dazu erklärte Irmgard Schillo: „Es geht in dem Beratungsgespräch vor allem darum, den Blick zu bekommen, welche Besonderheiten die Zielgruppe Berufsrückkehrerinnen mitbringen.“

Eingeflossen in diese beiden Broschüren ist die langjährige Erfahrung der Regionalstelle Frau & Beruf, dass detaillierte Kenntnisse über die Lebenswirklichkeit der Berufsrückkehrerinnen gepaart mit entsprechenden Kompetenzen in der Gesprächsführung entscheidend sind für den Erfolg einer Beratung.

Anita Halft erläuterte das Ergebnis aus dieser Pilotphase: „Wir wollen mit unserem Beitrag Wissenstransfer leisten und unsere Erfahrungen an andere Institutionen im Land Nordrhein-Westfalen, die mit Berufsrückkehrerinnen arbeiten, weitergeben.“

Die Aktivitäten des Rhein-Sieg-Kreises in der Pilotphase des Projektes wurden vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 9.000 Euro gefördert.

Mit der heutigen Vorstellung des Projektes und der beiden Broschüren sollen Weiterbildungsträger, soziale Träger und andere Institutionen auf die Möglichkeit der Qualifizierung beziehungsweise Schulung von Fachkräften aufmerksam gemacht werden. Ziel ist es, das Beratungsangebot für die Berufsrückkehrerinnen landesweit auf eine breite und qualifizierte Basis zu stellen.

Die beiden Broschüren und weitere Informationen zum Thema erhalten Interessierte im Referat für Wirtschaftsförderung – Der Landrat - bei Anita Halft, Rufnummer 02241 / 13 2948, oder in der Gleichstellungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises, Rufnummer 02241 / 13 2172.

Der Inhalt der Broschüren kann auch im Internet unter www.rhein-sieg-kreis.de über den Bereich Bürgerservice / Dienstleistungen / Gleichstellung abgerufen werden.
Informationen zum landesweiten „Netzwerk W“ gibt es unter www.zfbt.de .