Gesucht werden - Lokale Obstsorten!

Lokale Obstsorten Streuobstwiesen Landschaftsbild (Foto. Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.) Wachtberg - Das Rheinland ist seit jeher ein traditionelles Obstanbaugebiet. Die Landschaft unserer Region wird seit Jahrhunderten – dank des obstfreundlichen Klimas – durch Blütenzauber im Frühjahr und reiche Fruchternten im Sommer und Herbst geprägt. Früher erfolgte der Obstanbau ausschließlich mit Hochstämmen in Streuobstwiesen. Insbesondere in unserer Region - klimatisch begünstigt und mit Baumschulen gesegnet - entstanden Obstsorten für bestimmte Nutzungen – als Lager- oder Trockenobst, für Saft, zum Brennen oder Einmachen. Sie waren an das Klima und die Böden angepasst und oft nur lokal verbreitet.
Viele dieser so genannten Lokalen Obstsorten sind heute vom Aussterben bedroht. Teilweise existieren nur noch wenige uralte Bäume. In den Baumschulsortimenten sind sie verschwunden. Liebhaber wissen die besondere Qualität dieser Sorten zu schätzen.

Was hat unsere Region an Lokalsorten zu bieten? Das wollen wir mit Ihrer Hilfe herausfinden. Im gesamten Rheinland startet in diesem Jahr ein vom Landschaftsverband Rheinland gefördertes Projekt zur Erfassung und Rettung dieser lokalen Besonderheiten. Die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. ist für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis auf der Suche nach lokalen Obstsorten. Einige Sorten sind aus der Literatur belegt, z. B. unter den Süßkirschen Cardorfer Frühe, Boitzeburger und Geisepitter; aber es sind keine Altbäume mehr bekannt. In Alfter kam das Drissprümche vor. Auch unter den frühreifen Birnen und Pflaumen könnten sich Raritäten verstecken.

Können Sie uns helfen? Wir hoffen mit Ihrer Hilfe möglichst viele Sorten mit einer lokalen Verbreitung zu finden. Wir würden uns zum einen über die Angabe von Standorten der Ihnen bekannten Lokalsorten freuen. Zum anderen gehen wir auch gerne Ihren Hinweisen auf vermeintlich namenlose Lokalsorten nach. Von den Sorten benötigen wir unbedingt Fruchtproben. Diese werden anschließend durch Fachleute bestimmt. In einem nachfolgenden Schritt sorgen wir für die Vermehrung und somit die langfristige Erhaltung der Sorten.

Die Fruchtproben können nach Rücksprache in der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis (Tel. (02243) 847906, info@biostation-rhein-sieg.de ) abgegeben werden. In Einzelfällen ist auch eine Abholung möglich.