Natur hautnah

GGS Adendorf: Kinder, Eltern und Lehrer waren gleichermaßen fasziniert von der Rekultivierung in der Kiesgrube und den daraus gewonnenen neuen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. (Foto: Privat) Wachtberg - Einen Ausflug ganz besonderer Art erlebten die Kinder der beiden ersten Klassen der GGS Adendorf am 23. Mai 2008: Auf dem Gelände der Kieswerke Rheinbach in Flerzheim (KWR) besichtigten sie Biotope und entdeckten eine wunderbare Welt von seltenen Pflanzen und Tieren.

Normalerweise ist das Gelände für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, für die 48 Kinder, Lehrer und Eltern wurde allerdings eine Ausnahme gemacht. Herr Hilger von den Vogelfreunden Rheinbach übernahm die Führung und öffnete den kleinen und großen Besuchern Augen und Ohren für die reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt, die sich dort entfalten kann. Ausgekieste Flächen wurden als Biotop rekultiviert und bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen neuen, geschützten Lebensraum.

Herr Hilger begeisterte die Kinder nicht nur mit spannend vermittelten Informationen, sondern machte sie zu richtigen kleinen Entdeckern. So zeigte er anhand von Tierspuren im sandigen Gelände die Unterschiede zwischen Rotwild, Feldhasen oder Iltis. Vögel wie z. B. Nilgänse, Graureiher, Uferschwalben, Roter Milan oder Haubentaucher erstaunten ganz von alleine. Besonders faszinierte die Schüler die Geschichte vom Bienenfresser, der mit seiner Größe von bis zu fast 30 cm und einem auffallend buntem Gefieder in Erdröhren brütet, die er selbst in steile Ton- und Sandwände gräbt. Diese Arbeiten dauern zwei bis drei Wochen. Die Röhren sind bis zu drei Meter lang und haben einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern. Am Ende der Röhre befindet sich die blasenförmig erweiterte Brutkammer. Mit solch rekordverdächtigen Dimensionen können die meisten Vogelarten nicht aufwarten.

Trotz des ausgedehnten Fußmarsches durch teilweise unwegsames Gelände nutzten die Erstklässler die Pause zum intensiven Besteigen und Abrutschen der großen Kieshalden, die z. B. beim weißen Quarzkies wie riesige Schneeberge anmuten, und füllten sich meist ganz nebenbei die Taschen und Socken mit reichlich Kies.

Einige Kinder erhöhten ihr Eigengewicht zusätzlich durch eifriges Sammeln von Steinen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Selbst Trinkflaschen wurden als Behälter verwendet. Die gesammelten Federn stellten hingegen keinen erschwerenden Ballast dar.
Nach intensiven drei Stunden bestiegen zwar müde aber rundum erfüllte Kinder und Erwachsene den bereitstehenden Bus und werden in Zukunft sicher den einen oder anderen Vogel mit offeneren Augen betrachten. (E. Granow)