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Wandern im Drachenfelser Ländchen: Von der Grube Laura nach Oedingen
Wachtberg - Wer sich jetzt im Frühling in Wachtberg von der Grube Laura in Oberbachem zu Fuß aufmacht, auf den warten im stillen Hinterland unberührte Naturidyllen, romantische Bachtäler, Stätten der frühen Industriegeschichte und Pferdeparadiese.
An vielen Stellen beschenkt das Drachenfelser Ländchen den Wanderer mit einer großen Blütenpracht alter blühender Apfelbäume und großartigen Landblicken.
Auf dieser Wanderung mit dem Titel „Einst Bergwerk, jetzt Pferdeparadies“ erfahren wir eindrucksvoll, wie oft die Landschaft Wachtbergs ihr Aussehen verändert. Ganz allmählich hebt sich der Weg, wenn wir bei der Grube Laura durch Wald und Wiesen nach Züllighoven empor steigen. Wo heute das Tal von dem Klappern der Hufe der Pferde des Reithofes widerhallt, gingen einst über 200 Grubenarbeiter ihrem Tagewerk nach. Bleihaltige Abraumhalden mit spärlichem Bewuchs künden noch von der ehemaligen Bergwerkstätigkeit. 1804 wurden die ersten Stollen im Tal bei Kürrighoven von Abraham Bleibtreu angelegt, um eine acht Meter mächtige Erzader auszubeuten. Die Erzvorkommen waren so ergiebig, dass hier riesige Förderanlagen errichtet wurden und 1825 ein zweiter Stollen in den Berg getrieben werden konnte. Das aussichtsreiche Oedingen präsentiert sich uns wie ein einziger Sonnenbalkon und nachdem die Anhöhe hinter dem Ort erreicht ist, bietet sich nach Nordwesten ein großartiger Landblick. Weiträumig ist hier oben der Horizont und Wolken fliegen am Himmel. Von der Welt abgelegene Orte wie Züllighoven und der Weiler Schießgraben liegen auf unserem Weg, die alte Kirche St. Gertrud von Oedingen lugt wachend ins Land. Am Rückweg geht es durch den Wald oder am Waldrand entlang. Alte Hohlwege mit Ostbaumalleen gesäumt spenden uns kühlen Schatten.
Und hier ist die Wegbeschreibung:
Von Oberbachem über die Kreuzung an der L 123 geradeaus auf dem Werthovener Weg in Richtung des Reitplatzes Grube Laura. An der Wandertafel mit Bank zweigt ein geteerter Weg nach links ab (Nr. 13). Hinter Bäumen und Büschen versteckt liegt die aufgelassene Grube des ehem. Bergwerks, in dem früher blei- und zinkhaltige Erze gefördert wurden. Langsam geht es bergan durch einen schattigen Weg. Rechts tun sich zauberhafte Blicke in das unberührte Züllighovener Tal auf. Hier stört keine Bebauung den Naturgenuss. An Pferdekoppeln vorbei erreichen wir Züllighoven, wo unser Weg eine kurze Biegung nach rechts macht und über einen Pfad beim Kreuz mit Ruhebank nach oben zur Oedinger Straße führt, dem wir nach links folgen (Nr. 13). Am Ortsende sehen wir Oedingen vor uns liegen. Wir überschreiten jetzt die Grenze zu Rheinland-Pfalz und können den Unterschied zwischen baumloser Ackerflur und dem vorherigen Landschaftsschutzgebiet mit seiner abwechslungsreichen Bach- und Wiesenlandschaft studieren. Durch Obstbaumwiesen steigen wir weiter hinauf nach Oedingen, dessen stattliche St. Gertudis-Kirche malerisch am Talrand vor uns aufragt. Der Name Oedingens rührt daher, dass der Boden in der Umgebung aus Kaolin besteht und deshalb unfruchtbar (öde) ist. Im Ort gehen wir auf der Hauptstraße (Wachtberg Straße) links und verlassen diese nach 50 Meter wieder, indem wir in den Wotan Anger einbiegen (Wegzeichen W und Nr. 3). Durch freies Gelände mit prächtigem Rundblick auf Wachtberg und angrenzende Gebiete (Berkumer Kugel, Berkumer Wald, Züllighoven, Ließem und Heiderhof) geht es zum Wald hinab zum Weiler Schießgraben, dort nach dem Holzkreuz rechts weiter auf dem Feldweg mit wunderbaren Fernblicken der uns schließlich auf einen mit alten Eichen und Obstbäumen bestandenen schattigen Hohlweg wieder ins Tal bringt, wo wir wieder bei dem Wanderweg Nr.13 im Züllighovener Tal herauskommen, den wir rechts in Richtung Oberbachem zurückgehen.

Diese kleine Tour durch die abwechslungsreichen Landschaften mit Wäldern, Wiesen, Feldfluren, stillen Bachtälern wird auch für Einheimische ein paar Geheimnisse des unbekannten Wachtberg lüften, das man wegen seiner sanft geschwungenen grünen Hügel in einer Fernsehsendung sogar als „Rheinische Toskana“ bezeichnet hat, Und dass in Wachtberg das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde liegt kann man hier schnell nachvollziehen.
Weglänge: 6 km. Reine Gehzeit 1,5 Stunden.
Die Wanderung sollte man am Nachmittag beginnen, da dann das Tal durch Westsonne beleuchtet ist. (Dr. Walter Töpner)
Entnommen aus:
Walter Töpner, Wunderbares Wachtberg – Anleitungen zum Verlieben in das Drachenfelser Ländchen, Paulinus Verlag Trier, 236 Seiten mit zahlreichen großformatigen Abbildungen, 15,90 €; ISBN (13) 978-3-7902-1318-8, ISBN (10) 3-7902-1318-7.
Wanderkarte:
Bonn und das Siebengebirge, Nr. 22, des Landesvermessungsamtes Nordrhein-Westfalen (1: 25000).
Letzte Änderung: 21. April 2008 - © 2008 Gemeinde Wachtberg