Eröffnung der 2. Wachtberger Kulturwoche

Logo Bürgermeister-Info mit Richtfest der Klein-Villiper Kapelle und Besuch der Bonner Werkstätten für Lebenshilfe. Lesen Sie die Eröffnungsrede anlässlich des Vortrages "Aus dem Protokoll der Villiper Schiedsmänner".

Offizielle Eröffnung der Wachtberger Kulturwoche anlässlich des Vortrages "Aus dem Protokoll der Villiper Schiedsmänner"

Eröffnungsrede:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Freunde der Kulturarbeit aus Wachtberg und der Region,

ich darf Sie ganz herzlich hier im Hof der Familie Offergeld begrüßen und gemeinsam mit Ihnen die 2. Wachtberger Kulturwoche offiziell eröffnen. Ganz besonders danke ich der Familie Offergeld, dass wir heute hier bei Ihnen zu Gast sein dürfen. Die Wachtberger Kulturwoche wird in diesem Jahr zum 2. Mal durchgeführt. Sie wissen wie das in Wachtberg ist. Alles was einmal wiederholt wird ist Tradition. Beim dritten Mal Brauchtum.

Wo liegt aber der Ursprung der Wachtberger Kulturwoche? Vor zwei Jahren lud ich alle Wachtberger Vereine ein, die sich in der Kulturarbeit engagieren. Gemeinsam haben wir in einem Workshop erarbeitet, wie wir das unglaubliche kulturelle Potential der Gemeinde besser nutzen können und welche Möglichkeiten die Gemeinde hat, die Kulturarbeit zu unterstützen. Drei Jahre später ist eine eigene Anlaufstelle für die kulturtreibenden Vereine im Rathaus eingerichtet. Im Haushaltsplan ist ein festes Budget etatisiert und die Gemeinde unterstützt mit Räumlichkeiten, logistischer Hilfe und Hilfe beim Marketing und Vorverkauf.

Die Idee der Wachtberger Kulturwoche wurde ebenfalls bei diesem gemeinsamen Workshop mit den kulturtreibenden Vereinen geboren. In der 1. Wachberger Kulturwoche zeigte sich, auf welch vielfältige Weise im Drachenfelser Ländchen Kultur betrieben und mit welch hohem persönlichen Einsatz Kultur auch gelebt wird. Das im letzten Jahr zusammengestellte Programm hat viele Wachtberger Bürgerinnen und Bürger positiv überrascht – war doch dem einen oder anderen gar nicht bewusst, welche interessanten Kulturangebote es „vor der Haustür oder im Nachbarort“ gibt. Einmal schauen, was der Künstler nebenan auf die Leinwand bringt, was der Bildhauer im Nachbarort für Skulpturen gestaltet und mit welcher Phantasie die Nachbarin Schmuck fertigt. Musiker hat man vielleicht schon einmal üben gehört, aber nun boten sich die Möglichkeit und die Muße, im Rahmen zahlreicher kleinerer und großer Konzerte Musizierende jeden Alters und die verschiedensten Musikrichtungen kennen zu lernen.

Auch Beschauliches wurde geboten – in Lesungen traten Poeten und Schriftsteller zum Teil erstmals vor ein Publikum, Theater- und Tanzvorstellungen für Klein und Groß rundeten das Programm ab. Das rege Interesse an der Wachtberger Kulturwoche 2007 gab allen Beteiligten Recht, auch in diesem Jahr eine Kulturwoche zu veranstalten. Erneut öffnen viele Ateliers ihre Türen und Wachtberger ihre Gärten für verschiedenste künstlerische Präsentationen, an zahlreichen Veranstaltungsorten wird Musik, Tanz, Kunst, Theater und Literatur geboten. Das Programm ist wieder umfangreich und zeigt, dass Wachtbergs kulturelle Bandbreite noch lange kein Ende gefunden hat.

Wachtberg hat kulturell einiges zu bieten. Kultur ist überall und manchmal ganz nah – oft braucht es nur einen zweiten Blick. Gelegenheit zum Schauen und Hören haben Sie, liebe Besucherinnen und Besucher, jetzt in der 2. Kulturwoche vom 9. bis 17. August 2008. Gehen Sie auf Entdeckungstour! Ganz herzlich begrüße Ich Sie zur heutigen Auftaktveranstaltung. Auszüge aus dem Protokollbuch der Schiedsmänner in Villip von 1879 bis 1925 wird Frau Dr. Barbara Hausmanns humorvoll mit szenischer Begleitung durch die Studiobühne Wachtberg bieten. Freuen Sie sich mit mir auf Allzumenschliches aus Villip und Pech, Ärger mit Nachbarn, oder Arbeitgebern, Streitereien auf dem Feld, im Wald oder im Steinbruch.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen.

Richtfest des "Klein Villiper Doms"

Dr. Hans Böhm und Bürgermeister Theo Hüffel beim Richtfest der Klein-Viliper Marienkapelle. (Foto: Privat)

 

Am 10.08.2008 konnten wir das Richtfest der Klein Villiper Marienkapelle feiern. Petrus hatte ein Einsehen und pünktlich zur heiligen Messe hörte der Regen auf und die Sonne kam hervor. Dr. Hans Böhm, der Vorsitzende des Kapellenvereins, freute sich über viele Besucher aus der gesamten Region. Darunter waren auch alle die stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Wachtberg, Ehrenbürgermeister Peter Schmitz, Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring und die Landtagsabgeordnete Ilka von Böselager.

Ich darf dem Kapellenverein um Dr. Hans Böhm zu einem großartigen Erfolg gratulieren und bin mir sicher, dass wir schon bald die neue Marienkapelle in Klein Villip einweihen können.

 

Besuch der Bonner Werkstätten für Lebenshilfe

Der Geschäftsführer der Bonner Werkstätten für Lebenshilfe hatte linksrheinische Politiker zur einer Informations- und Krisensitzung geladen. Gerne bin ich dieser Einladung gefolgt. Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU Wachtberg, Günter Kurenbach nahm an der Besichtigung teil.

„Wir sind ein sehr erfolgreiches Unternehmen und arbeiten seit vielen Jahren mit namhaften Firmen im In- und Ausland zusammen“, berichtete Bernhard Mevenkamp der Geschäftsführer der Bonner Werkstätten einer Delegation der linksrheinischen Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden der CDU. Eindrucksvoll präsentierten Mevenkamp, wie Produktionsprozesse in bis zu 35 einzelne Arbeitsprozesse zerlegt werden, um auch mehrfach schwerstbehinderten Menschen die Möglichkeit zu geben, am Arbeitsleben, und somit auch am gesellschaftlichen Leben, teilzunehmen. Die Leistungspalette der Bonner Werkstätten reicht von der Druckerei bis zur Verpackung von Arzneimitteln und von der Herstellung von Grußkarten bis zum Gartenbau.

Die behinderten Menschen in den Bonner Werkstätten erhalten alle einen Arbeitsvertrag und sind damit in das Sozialversicherungssystem eingebunden. In ihren Werkstätten werden ca. 1.000 Menschen betreut. Noch geht es den Bonner Werkstätten wirtschaftlich gut, aber das kann sich bald ändern. Leistungskürzungen und Tariferhöhungen bedrohen die Arbeitsplätze der behinderten Menschen.

Der Landschaftsverband hatte im Jahr 2007 die individuelle Refinanzierung der Betreuung von mehrfach Schwerstbehinderten in Pauschalen überführt. Dies zog eine Absenkung der Kostenerstattung nach sich. Grund dafür ist, dass die Betreuungsanforderungen in Bonn durch den hohen Anteil von schwerstbehinderten Menschen weit über dem Durchschnitt liegen.

Die nächste Hürde liegt in der Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst. Diese beträgt einschließlich 2009 8 %. Das bedeutet eine jährliche Kostensteigerung von 800.000 €, die angemessen refinanziert werden müssen. Bleibt diese aus, müssten die Entgelte der Behinderten gekürzt werden. Dies wäre geradezu absurd.

Die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden sagten den Werkstätten für Lebenshilfe ihre Unterstützung zu. Die Prioritätensetzung im Landschaftsverband muss überprüft werden. Ein Benchmarking bei einem Produktionsprozess, der individuell nach dem Grad und der Leistungsfähigkeit der Behinderten zerlegt wird, ist nicht möglich. Wir neigen dazu alles zu pauschalisieren. An dieser Stelle ist dies der falsche Weg!

Es grüßt herzlich
Ihr
Theo Hüffel
Bürgermeister