Medienkonferenz zum Kindertagesstättenkonzept am 19.11.2007

Bürgermeister-Info Anlässlich einer Medienkonferenz am 19.11.2007 habe ich folgende Informationen zum Kindertagesstättenkonzept an die Presse weitergegeben. Ihnen, liebe Leser, möchte ich auf diesem Wege die Auskünfte ebenfalls zur Verfügung stellen.
Der Rat der Gemeinde Wachtberg hat die Themen Bildung, Jugend, Familie und Soziales zu seinem Schwerpunkt erhoben. Dies zeigt sich an der Fülle der Vorlagen aber vor allem auch in der Finanzausstattung dieser Bereiche im Haushalt 2007. Das eingeschlagene Bildungs- und Betreuungskonzept ist beileibe kein Sparkonzept, werden doch 55 % der Haushaltsmittel hierfür gebunden.

Das Kindertagesstättenkonzept der Gemeinde muss auf vollkommen neue Füße gestellt werden. Die Notwendigkeit ergibt sich hier aus örtlichen Gegebenheiten, einer sich ändernden Gesetzeslage sowie der demographischen Entwicklung in unserer Gemeinde: 

- Die kath. Kirchengemeinden werden ab dem 01. August 2008 die Trägerschaft von insgesamt 10 Kindergartengruppen aufgeben. Ein Angebot der Gemeinde, die Finanzierung dieser Gruppen sicherzustellen, damit die Trägerschaft bei den Kirchengemeinden verbleiben kann, wurde abgelehnt. Diese 10 Gruppen werden die Gemeinde wohl übernehmen und in ihr Konzept integrieren müssen. Hinsichtlich der Bedingungen zur Übernahme besteht allerdings noch erheblicher Verhandlungsbedarf. 
- Mit dem Kinderbildungsgesetz, das zum 01. August 2008 in Kraft tritt, kommen neue Aufgaben auf die Gemeinde zu. Hierzu gehört u. a. der Ausbau der Betreuung der unter dreijährigen Kinder sowie die gezielte Sprachförderung. 
- Auch die Gemeinde Wachtberg bleibt von der allgemeinen demographischen Entwicklung nicht verschont. Trotz einem Wachstum von 6,4 % in den Jahren 1999 bis 2007 und guten Prognosen für die Zukunft wird die Zahl der Kindergartenkinder von zur Zeit rund 690 bis zum Jahr 2010 auf rund 480 Kinder zurückgehen.

Die Gemeinde Wachtberg hat sich den neuen Bedingungen sehr früh gestellt. Mit dem sich im Bau befindenden Familienzentrum in Wachtberg Villip wird den neuen Qualitätsstandards mehr als Rechnung getragen.

Im Zusammenhang mit dem möglichen Umzug der eingruppigen Kindertagesstätte Wichtelhaus in Villiprott, die sich in kommunaler Trägerschaft befindet, wurde das Familienzentrum jetzt in der Medienberichterstattung mit einer Altlast in Verbindung gebracht, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Es entstand der Eindruck, dass die Gemeinde mit diesem Thema nicht sensibel umgegangen ist bzw. Informationen vorenthält.

Bei der Altlast handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube. Nach den historischen topographischen Karten sind bereits 1893 erste Abgrabungen an der Gimmersdorfer Straße zu erkennen. Während ab 1966 im Norden mit der Verfüllung begonnen wurde, wurde der Abbau dann nach Südosten erweitert. Auf der TK 25 von 1972 ist dann auch im Südosten eine weit reichende Verfüllung zur erkennen. Auf der Karte von 1977 ist die Verfüllung abgeschlossen und eine Rekultivierung dargestellt.

Im Rahmen der Untersuchungen, Machbarkeitsstudien und Voruntersuchungen für den rechtskräftigen Bebauungsplan wurden folgende Gutachten gefertigt:

1. Ing. Büro Spizlei & Jossen: Umweltgeologisches Gutachten (Az: 22-89-1108) vom 04.01.1991
2. Kühn Geoconsulting GmbH: Baugrundgutachten zur Erschließung (Kanal und Straßenbau) (Az.: 970145G01) vom 18.06.1997
3. Kühn Geoconsulting GmbH: Stellungnahme zur Deklarationsuntersuchtung – Bebauungsplan Nr. 10.10, 1. BA Erschließungsstraße
4. Kühn Geoconsulting GmbH: Diverse Stellungnahmen zur Baubegleitung der Erschließung 1997-1998
5. Kühn Geoconsulting GmbH: Machbarkeitsstudie zur Bebauung (Az: 2050663S01) vom 20.02.2006
6. Kühn Geoconsulting GmbH: Machbarkeitsstudie Wohnbebauung – Bewertung Aushub, Passive Deponiegassicherung, Sicherung nach BBodschV (Az: 2050663S02) vom 20.02.2006

Diese Gutachten flossen in die Beratungen der zuständigen Ausschüsse ein. Die angrenzende Altlastfläche wurde gegenüber dem Rat, den Bürgerinnen und Bürgern nie verschwiegen und ist bekannt. Eltern haben auf eigenen Wunsch Einblick in die Akten erhalten. Der Arbeitskreis „Wohn- und Gewerbepark Wachtberg“, der mit Ratsmitgliedern besetzt ist und die Arbeit der zuständigen Ratsausschüsse koordiniert wurde am 20. Februar 2006 von der Kühn Geoconsulting GmbH die allgemeine Situation der Altablagerung vorgestellt. Im Familien- und Sozialausschuss habe ich selbst noch am 16. August 2007 berichtet.

Nach den Ergebnissen der Untersuchungen ist die Altablagerung für den Betrieb des Familienzentrums vollkommen unbedenklich.

Ich biete allen Eltern, die sich um den Standort sorgen, an, dass die Firma Kühn Geoconsulting die Untersuchungsergebnisse ganz offen präsentiert.